Jahreswechsel 2021/22
Jahreswechsel 2021/22
Und schon wieder ist ein Jahr rum, der Kalender dünn geworden, nur noch ein Blatt ist übrig. Es ist Silvester. Nach einigen Tagen mit Dauerfrost und tiefen Nachttemperaturen, bei denen das Fahren mir keinen Spaß macht, ist es überraschend mild geworden. Das Thermometer zeigt 10-12 °C an. Also rauf auf’s Rad und nichts wie los. Die letzte Fahrt in diesem Jahr, denn das Jahr ist rum.
Der Himmel ist grau und wolkenverhangen. Der Wind bläst ordentlich aus Süd bis Südwest. Daher auch die für Dezember hohen Temperaturen. Nach 46 km durch die Vier- und Marschlande sind wir wieder zu Hause.
Ich beende das Jahr mit einem km-Stand von 33202 km auf dem Tacho; gestartet war ich mit 24566 km was einer Jahresfahrleistung von 8636 km entspricht. Waren es in 2020 rund 9000km sind es diese Jahr rund 630km weniger.
So wie wir das alte Jahr haben ausklingen lassen, so starten wir auch das neue Jahr. Aufgrund von Corona und den damit verbundenen Auflagen haben wir kein Feuerwerk abgebrannt und nur im kleinsten Familienkreis gefeiert. Irgendwie hat es mich aber dann doch erstaunt, wie viel Feuerwerk doch gezündet wurde, obwohl in Deutschland es keinen Verkauf gegeben hat. Vermutlich wurde fleißig aus Polen und anderen Nachbarländern importiert.
Wir starten nach dem Frühstück zu einer kleinen Rundtour von 45 km entlang der Elbe und durch die Elbmarsch bei Winsen.
Ich wünsche allen ein “Frohes neues Jahr 2022”.
Kurze Wintertour
Nach 6 Wochen ohne Tour auf dem Liegerad, 100% HomeOffice und immer wieder Wetter, das nicht zum Radln einlädt – entweder es regnet, oder es stürmt, oder beides – kommt nun endlich mal wieder die Sonne raus. Auch wenn es nur 6-7 °C sind, für eine Tour muss es reichen.
Aber wir sind nicht die einzigen, die schon sich aufgemacht haben, andere sind sogar schon angekommen, denn wir sehen auf einer Wiese bei Altengamme den ersten Storch, kurz vorher haben wir uns noch unterhalten, ob wir denn wohl einen Storch sehen würden, sind aber zu dem Ergebnis gekommen, dass das ja wohl noch ein wenig zu früh ist. Aber dann Stand er dort auf der Wiese im klalten Wind. Andere Spziergänger hatten ihn auch gesehen und wunderten sich ebenso über seine frühe Ankunft.

Sind das die Auswirkungen des Klimawandels ? Ist es bald so warm, dass die Störche gar nicht mehr nach Süden fliegen werden ? Aber auch an anderen Orten sind schon Störche im Norden gesehen worden: Link
Auf unseren Touren sehen wir auch immer mehr von den leuchtend weißen Silberreihner, die noch vor wenigen Jahren bei uns gar nicht zu finden waren, weil es ihnen hier zu kalt war. Nun sehen wir sie in großer Zahl bei uns an der Elbe, fast schon genausoviel wie ihre grauen Verwandten.
Störche
Störche
Schon im letzten Beitrag vor rund zwei Wochen haben wir den ersten Storch auf einer Wiese gesehen. Heute waren wir rund 55 km bis nach Ochsenwerder unterweg und auf der gesamten Tour haben wir insgesamt 7 Störche gesehen. Ein Storchenpaar saß sogar schon auf dem Nest auf dem Schornstein einer Gärtnerei in Neuengamme.
Bei sonnigstem Wetter und fast schon angenehmen 10-11 °C ging es los.
Schnell haben wir Geesthacht hinter uns. Entlang der Elbe geht es dann in Altengamme auf den alten Maschenbahndamm, dem wir bis nach Ochsenwerde folgen.
Das Wetter täuscht, denn es ist im Schatten noch richitg frisch; in der Sonne aber schon angenhem. Nur das Grün des nahenden Frühlings muss man noch erraten.
Irgenwann zwischen Ochsenwerder und dem Naturschutzgebiet “Die Reit” kommt es mir so vor, als würde mir die Luft im Hinterrad langsam ausgehen. Zum Glück scheit das Loch – wenn es denn eins ist, so klein zu sein, dass nach ein wenig Aufpumpen es weitergehen kann. (Zu Hause ist noch der gleiche Druck auf dem Reifen, vermutlich war das Ventil nicht richtig dicht.)
Auf dem Rückweg haben wir dann noch die Möglichkeit die Störche auch noch zu fotografieren. Aber leider kommen wir nicht wirklich dich an die weitgereisten Vögel heran.
Wartungsarbeiten am orangen Wolf
Wartungsarbeiten am orangen Wolf
Bekommen hatten wir in im Juni 2019, den zweiten orangenen Wolf für Dani. Zweieinhalb Jahre ist das nun her. Seitdem hat der Wolf sich recht schadlos gehalten. Alle 5000 km einen Ölwechsel für die Rohloff, was bisher 3 mal stattgefunden hatte. Einmal hatten wir kurz Ölaustritt an der Rohloff, aber seitdem ist wieder alles trocken. Und der Wolf läuft und läuft.
Eigentlich sollte wollte ich schon vor der Herbsttour 2021 einige Verschleißteile am Wolf tauschen, insbesondere die Kette machte mir einige Sorgen. Aber wegen Corona oder was weiss ich kamen die im Frühjahr bestellten Ersatzteile einfach nicht bei uns an. Also sind wir die vergangenen Monate mit beiden Wölfen mehr oder wenige auf Verschleiß gefahren. Bei Dani’s Wolf war es nun soweit: Kette und Kettenblatt mußten nun wirklich getauscht werden. Die Kette ließ sich rund 1cm vom Kettenblatt abheben und das Kettenblatt hatte doch schon deutliche “Haifischzähne” gebildet. Na ja, nach gut 17.500 km mit einer Kette.
Aber der Ausbau der SRAM GC Kurbel um das Kettenblatt zu tauschen war eine echte Herkulesaufgabe; Die Kurbelschraube ließ sich nur mit massivem Krafteinsatz lösen, zwei dicke Kabelbinder hielten den linken Pedalarm (ein Kabelbinder alleine konnte der eingesetzten Kraft nicht widerstehen und gab nach) und dann noch eine Verlängerung für den 8er-Innensechskant. Mit WD-40 und viel Kraft konnte die Schraube gelöst werden.
Danach ging alles leicht: Das Kettenblatt war schnell getauscht, die Kurbel wieder montiert, die Kette auf Länge gebracht und montiert. Dann gleich noch das Rad vom Winterdreck ein wenig gesäubert und (fast) fertig.
Am nächsten Morgen dann die Probefahrt: Es knackt beim Treten. Die Ursache war das nicht getauschte Ritzel hinten.
Dann also das Hinterrad ausbauen, und dort das Ritzel gewechselt und dann war Ruhe. Die Kette schurrt nur nur, kein Knirschen und Knacken mehr wie bei der alten.
Hier quasi das gleiche Bild, das ich auch beim meinem Wolf bei der 15.000km Inspektion schon hatte. Nach etwa 15.000 km kann man am Wolf den gesamten Antriebsstrang (Kettenblatt, Kette, Ritzel bzw. Ritzelpaket) tauschen. In rund 2500km kommt dann der Wolf wieder mal zum Öfwechsel.
Welche Reifen für 2022 ?
Seit dem Frühjahr 2021 habe ich die Continetal Urban Contact auf dem Wolf und muss sagen, das sind die bisher besten Reifen die ich auf dem Wolf hatte. Sie laufen deutlich leiser als die bisherigen Modell und rollen echt gut. Die zuerst montierten “Big Apple” sind schwer und poltern und rumplen, da sie relativ steif sind.
Danach habe ich den “Big Ben” vorne und den “Almotion” (schlauchlos) hinten gefahren. Beim orangen Wolf ist diese Kombi immer noch drauf, und hat eine sehr hohe Laufleistung absolviert, muß aber auf alle Fälle vor der nächsten Sommertour getauscht werden.
Leider erfüllte der Almotion bei mir nicht die Erwartungen und wurde daher schon im Sommer 2020 gegen den Conti Speed King ersetzt, der zwar toll abrollte und recht leicht war, aber auch einen relativ hohen Verschleiß aufwies.
Im Frühjahr habe ich dann den Conti Urban Contact montiert, mit dem ich sehr zufrieden gewesen bin:
- nur wenig Pannen,
- läßt sich gut schlauchlos betreiben
- Gute Laufleistung
Aufgrunde der Panne im Sommer an der Müritz fahre ich den Reifen nun seit dem Sommer mit Schlauch und mit etlichen kleinen Löchern im Profil. Ich würde gerne wieder den Urban Contact nehmen, aber er ist seit etlichen Monaten nicht zu bestellen, da ausverkauft. Auch den Almotion gibt es nicht mehr.
Notgedrungen haben ich erstmal Big Ben in 55-559 und 55-406 für unsere beiden Wölfe geordert.
Und vielleicht kommen ja zum Anfang der Sommers auch wieder die Urban Contact in die Läden. Allerding sollen die laut Rose erst in 25 Wochen – also das wäre dann Anfang Oktober – wieder verfügbar sein. Schade, dass es derzeit keine schellen und haltbaren Reifen für die Wölfe zu kaufen gibt.
Vermutlich müssen wir also bis dahin den Wölfen dann die Big Ben an die Räder geben.
Ostern 2022
In diesem Jahr sind von uns nun schon mehr als 1.000 km gefahren und dabei sind noch nicht mal 4 Monate rum. Bis her waren die Etappen selten länger als 60 km und wenn, dann nur wenige km.
Unterwegs sehen und zählen wir fast alle Arten von Tieren – na ja, Gänse, Enten, Kühe und Pferde und sicherlich noch einige andere zählen wir nicht. Aber Störche, Reiher, Rehe und auch andere Tiere, die man nicht so häufig zu Gesicht bekommt, sehen wir hin und wieder. Mal ist es vielleicht nur ein Storch, mal sind es dann z.B. eine Gruppe von 5 Rehen, oder auch mal bis zu 7 Ströche, die wir zählen können. Die Störche habe ihre Nester bezogen und meist sieht man nur den Kopf und den Schnabel des vermutlich brütenden Vogles herausschauen.
Und auch bei uns im Norden kommt immer mehr der Frühling an. Temperaturen um 15°C und Sonnenschein vom blauen Himmel locken viele Menschen nach draußen und auf die Räder und die Deiche sind wieder voll mit Rennradfahrern.
So langsam mischt sich unter das frische Grün des Frühlings hier und da auch das Gelb der beginnenden Rapsblüte.
Frühling 2022 – Bleckede
Frühling 2022 – Bleckede
Fast ist es ja schon obligatorisch : Zu Beginn des Frühlings fahren wir nach Bleckede. Meistens ist es die erste Tour mit einer Länge über 60km.
In Krümmel geht es das erst mal den Elbhang hoch auf – rund 60 Höhenmeter und an der steilsten Stelle wohl etwas über 6% Steigung.

Nach diese erneuten Anstieg werden wir in Boizenburg erneut mit einer schönen Abfahrt “entschädigt”. vom Högel geht es nahezug genauso steil wieder hinunter zum Hafen nach Boizenburg. Wir wechseln von der Straße auf den Deich und folgen dem Verlauf des Deiches. Elbe rechts, Sude links und Schafe auf dem Deich. Irgendwas hat die Tiere aufgeschreckt, denn ein wilder Blöken geht los und alle Tiere rennen nach Osten und “versammeln” sich. Und dann – als wäre nichts gewesen – laufen sie nach wenigen Minuten ruhig und ohne Blöken wieder nach Westen. Die Ursache für dieses Verhalten können wir währen der Pause am alten Wachturm nicht erkennen. Einie Radler und Jogger, die wir zuvor überholt haben, fahren oder laufen wieder an uns vorbei.
Unsere Pause ist vorbei; noch rund 8 km bis zur Fähre in Bleckede. Unterwegs noch eine Schafherde, diesmal sind einige frisch gebohrene Lämmer mit den Mutterschafen in “Einzelhaft”, vermutlich damit die Lämmer sich erholen könnne und nicht gleich von den größeren Artgenossen herumgeschubst werden und dann in der große Herde die Mutter suchen müssen.
Die Fähre in Beckede ist seit 2021 um 50 Cent pro Person teurer geworden. Nun zahlen wir als Radfahrer 2€ anstelle der 1.50€ im letzten Jahr.
Eigentlich wollten wir diesmal in Bleckede was essen. Aber da wir am alten Wachturm grad Franzbrötchen und Äpfel gegessen haben, steht uns nun nicht der Sinn nach weiterem Essen. Am Deich merken wir nun sehr schnell, warum es auf dem Weg nach Neu Bleckede so gut lief. Der Wind kommt uns nun stetig von vorne entgegen. Aber er ist schön gleichmäßig und so kommen wir – wenn auch nicht ganz so schnell – gut voran. Erst zu Hause merken wir, dass die Beine doch ordentlich arbeiten mußten.
Und nun können wir auch endlich Störche zählen. Zwichen Boizenburg und Neu Bleckede hatten wir keinen einzigen Storch gesehen. Nun fliegen sie dicht über unser Köpfe hinweg, landen auf ihrem Horst oder ziehen in luftiger Höhe ihre Kreise und lassen sich von den Aufwinden immer höher tragen.
Gegenüber von Lauenburg – in das Fährhaus in Hohnstorf ist nun ein griechisches Lokal eingezogen. Aber die Terrasse ist heute nur spärlich besetzt. Hier könnten wir was essen, aber für die letzten 20km verzichten wir darauf, essen noch die restlichen Äpfel und jeweils eine Notration Kuchen. Ein letzter Blick auf die maleriche Unterstadt von Lauenburg am anderen Elbufer und dann sind wir auch schon wieder unterwegs.
Nach 87 km sind wir wieder zu Hause.
Geesthacht – Peute – Geesthacht
Geesthacht – Peute – Geesthacht

Es soll ein sonniger und schöner Tag werden, wir beschließen heute eine Tour zu machen, nachdem wir am vergangenen Wochenende schon nach Bleckede gefahren sind, nehmen wir uns diesmal den Westen vor. Die nächste Elbquerung im Westen sind die Fähre in Hoopte nach Zollenspieker und dann muss man schon ganz bis an die A1 und die Hamburger Elbbrücken. Um nicht durch die Stadteile Wilhelmsburg und Veddel fahren zu müssen, fahren wir durch das Industriegebiet Peute, aber am Sonntag ist dort kaum was los und auch der lästige LKW-Verkehr ist am Wochenende nicht vorhanden. In der Woche sollte man hier besser nicht langfahren.
Nach der Abfahrt noch schnell einmal in die Geesthachter City und beim Bäcker zwei Franzbrötchen gekauft und dann geht es auch schon los. Wir queren die Elbe und folgen dem Elbdeich bis Lassrönne.
In Gehrden stoßen wir auf die B4, aber an einem Sonntagmorgen ist auch hier wenig Verkehr und schon bald verlassen wir die B4 und fahren entlang der Deiche durch Achterdeich – der Name erinnert mich immer an die Geschichte vom Fischer und seiner Frau.
Unsere erste Pause machen wir am See im großen Moor. Eine Bank wird grad frei und wir sehen einem Schwimmer im See zu während eine Kirchengemeinde ihren Outdoor-Gottesdienst vorbereitet. Wir werden von einem anderen Lieferadfahrer angesprochen, der zu seiner Frau grad gesagt hat: “Sieh mal ein Wolf, das ist mein End-Rad.” Meine Antwort darauf: “nicht ein Wolf – es sind zwei.” und so kommen wir kurz ins Gespräch. Schlussendlich folgt ein Probesitzen. Danach trennen sich unsere Wege.
Wir fahren auf kleinen und kleinsten Straßen weiter durch Klein Moor und Groß Moor an die Elbe, folgen dem Elbdeich bis zur Autobahn und fahren über die Brücke auf die Elbinsel. Eigentlich ist man hier nun fast mitten in Hamburg, aber der Bereich östlich der A1 auf der Wilhelmsburger Elbinsel mit den Stadteilen Moorwerder und Kretensand sind irgendwie vergessen worden. So macht es zumindest den Eindruck. Landwirtschaft, Gärtnereien und viel Grün prägen die Stadtteile. Man muss es schon wissen und wollen, nur dann fährt man hier hin.
Und dann hat uns ganz schnell die Großstadt wieder, das Grün verschwindet und weicht Logistichallen, Lagerhäusern und Industrieflächen. Peute. Danach die Elbbrücken und wie so oft kommen uns heute wieder Geisterradler auf dem ohnehin schmalen Radweg entgegen. Warum ? Warum kann man nicht die richtige Seite nutzen ? In Rotenburgsort ist endlich die Veloroute 9 fertiggestellt. Mußte man noch letztes Jahr entweder durch den Entenwerder Park oder auf Straßen mit Schwerverkehr ausweichen, kann man nun kreuzungsfrei und abseits des Verkehrs von den Elbbrücken bis zum Sperrwerk Billwerder Bucht fahren.
Es geht dann über das Sperrwerk und weiter am Elbdeich vorbei an der Wasserkunst Kaltehofe, unter der A1 hindurch und dann sind wir auch schon an der Tatenberger Schleuse.
Ja, und dann sind wir gefühlt auch schon wieder zu Hause, auch wenn es noch rund 30 km sind, kommt es uns so vor. Zu oft sind wir auf dem Marschenbahndamm unterwegs. Vorbei an blühenden Rapsfeldern geht es auf dem ehemaligen Bahndamm von Tatenberg über Zollenspieker bis nach Altengamme und damit fast bis nach Hause. 30 km fast keine Autos – abgesehen von einem Fahrezugführer der – obwohl wir beide Handzeichen gegeben haben und links abbiegen wollen – uns trotz Gegenverkehr überholen muss, oder der andere PKW lenker, der mit seine, Fahrzeug uns auf dem Bahndamm entgegenkommt und reichlich links am Rand fährt. Vermutlich hat er sich die Gegend angeschaut und nicht auf den Verkehr geachtet.
Nach rund 90 km sind wir wieder zu Hause.
km 35180
Km-Stand 35180 ist erreicht und mein Hinterrad ist (mal wieder) platt. Seit dem vergangenen Sommer (Tour um die Müritz) fahre ich hinten statt mit Dichtmilch wieder mit Schlauch – Der Vorderreifen war immer noch im Schlauchlosbetrieb. Aber nun sollte sich das ändern, denn der Rest Dichtmild, den ich noch habe, der sollte die Reifen am orangen Wold abdichten. Also habe ich nun auch vorne einen Schlauch eingezogen. Es war auch noch Flüssigkeit im Mantel vorhanden, aber Dichtmilch konnte man das nicht mehr nennen, es war ein klare braune Flüssigkeit.
Also alles säubern und einen Schlauch einziehen. Kein Problem. Reifendruck auch vorne und hinten überprüfen und auffüllen, und wenn ich schon am Radbasteln bin, dann doch auch gleich noch die Bremsbeläge überprüfen. Hinten mußten die dringend erneuert werden, das hatte ich schon gemerkt, war doch die Stellschraube für den Druckpunkt ganz hineingedreht.
Und dann am nächsten Tag war der HInterreifen platt. Gestern war noch alles in Ordnung, sollte ich auf der kurzen Fahrt zum Einbremsen mir etwas in den Reifen gefahren haben ?
Als ich den Reifen neu mit Luft befüllt hatte, verlor er nur langsam – ganz langsam die Luft und nach einer 60km war der Druck um 1bar abgesunken – zu viel. Es mußte also ein Loch sein.
Rad ausgebaut und den Schlauch untersucht:
Da scheint es sich um eine produktionsbedingten Schaden zu handeln. Der Schlauch mußte ausgetauscht werden.
Bleckede – mal anders
Bleckede mal anders oder : Was ist denn das für ein “Watschelpiep”
Wir sind gerade losgefahren, sind gut über die Baustelle auf der Brücke gekommen und haben rund 10 km zurückgelegt. Noch vor Oldershausen biegen wir in die Feldmark ab. In einiger Entfernung sind zwei Reiher auf dem Weg. Als wir näherkommen fliegen sie auf, behalten aber den Ort sehr genau im Auge und drehen dicht über uns. Aber was ist das:
Es scheit das Küken der beiden Graureiher zu sein. Tollpatschig läuft es vor uns den Weg entlang, Schlägt aufgeregt mit den Flügeln aber zum Starten und Fliegen fehlen im noch die Federn. Es hat nur einige Daunen an den Flügeln. Und laufen kann es auch nicht richtig, das ist mehr ein Watscheln fast wie eine Ente – nur mit viel längeren Beinen. Während es versucht vor uns davon zu laufen, faucht es uns an. Wir geben dem kleinen Zeit, sich irgendwann ins seitliche Gras und den dahinter liegenden Graben zu schlagen.
Irgendwann schafft das Küken es dann tatsächlich nach rechts ins Gras zu verschwinden. Erleichtert landen auch die Altvögel kurze Zeit später dich auf dem nächsten Acker.
Nachtrag : Nach Recherchen im Internet scheint es sich eher um das Küken eines Kranichs als eines Reihers zu handeln. Bisher haben wir Kraniche nur im Herbst bei uns gesehen.
Und kaum sind wir um die nächste Biegung sehen wir auch schon zwei Störche auf der gemähten Wiese.
Unser Weg verläuft nun fast parallel zur Neetz, dem Flüsschen, dem wir heute eine zeitlang folgen werden.

Bei Barum verbreitert sich die Neetze zum Barumer See. Wir fahren am Ufer entlang und folgen der Neetze, die wir kurz danach auf einer reichlich alten Holzbrücke queren. Ein Hinweisschild zeigt an, dass diese Brück dringend eines Ersatzes bedarf:
Maximal 4 Personen trägt die Brücke (noch) und die Bohlen sehen stellenweise auch nicht mehr wirklich vertrauenserweckend aus.
Über Brietlingen gelangen wir an den Elbe-Seiten-Kanal, dem wir ein Stück Richtung Süden bis zum Schiffshebewerk in Scharnebek.
Eine kleine Pause auf einer Bank am Wegesrand in Boltersen und danach fahre wir durch den Ort Neetze am gleichnamingen Flüsschen weiter bis nach Bleckede. Eine kleine Runde durch den Ort und dann sind wir auch schon wieder raus.
durch das Moor und die Felder geht es wieder zurück. Eine kleine Pause noch am Elbdeich in Hohnstorf mit Blick auf die Elbe:
Und nach 90 km sind wir fast wieder zu Hause. Nur diesmal ist die Überfahrt über die Brücke viel schwieriger. Vor uns sind 5-10 Fahrradfahrer, die auf der engen Brücke der Anordnung folgend ihr Rad schieben und von vorne kommen auch noch Radler, die auch schieben. Schon mit zwei fahrenden Rädern ist es schwierig, läuft neben dem Rad auch noch ein Mensch, dann reicht der Platz nicht mehr aus. Somit wird die Überfahrt zu einer Geduldsprobe.
Radreise Amsterdam Tag 1
Prolog
Irgendwie kommt es dieses Jahr wohl fast immer anders als man denkt, bzw. als man es geplant hat.Mögliche Ursachen: Corona, 9€-Ticket oder was weiss ich. Aber der Reihe nach:
Eigentlich wollte ich mit einigen Freunden ja von Bayreuth nach Magdeburg bzw. zurück bis Hamburg fahren. Ich hatte aber keine Lust auf eine mehrstündige Bahnfahrt vermutlich noch mit etlichen Mal umsteigen bis nach Bayreuth. Also kam die fixe Idee auf, mit dem Rad die Anreise zu machen. Dann mit den Freunden die Tour bis Magdeburrg zu fahren und dann evtl. auch noch die Strecke zurück nach Geesthacht mit dem Rad zu absolvieren.
Alleine fahren wollte ich die Strecke nicht und so fragte ich einen Freund, ob er nicht mit mir nach Bayreuth fahren wolle. Wir stiegen also noch im Winter in die Urlaubsplanung ein. Schnell mußte ich feststellen, dass ich gar nicht so viele freie Tage habe, um genug Zeit für die ganze Strecke habe. Ich mußte mich entscheiden: HH – Bayreuth und mit der Bahn zurück oder mit den Freunden von Bayreuth nach Magdeburg. Nun hatte ich den Christoph schon angetriggert und als er sagte HH-Bayreuth könne starten, da war klar: wir fahren in 5 Tagen nach Bayreuth. Als wir dann aber die Bahnkarten kaufen wollten gab es keine freien Stellplätze mehr in IC’s oder ICE’s. Und mit 5 oder mehrmaligem Umsteigen und bis zu 10 Stunden Zugfahrt, da hatten wir keine Lust drauf.
Also mußten andere Ziele her und dafür auch eine mögliche Rückfahrt per Bahn. Zwischenzeitlich war Prag im Gespäch, aber mit deutlich über 700 km nur mit großen Etappen möglich. Irgendwann hatten wir dann Amsterdam als Ziel auserkoren. Die direkte Strecke mit etwas mehr als 400 km erschien uns als zu kurz, also entschlossen wir uns von Hamburg über Bremen und Oldenburg nach Groningen (NL) und dann auf südlichem Kurs nach Amsterdam zu fahren.
Tag 1
Von Geesthacht nach Achim bei Bremen

Wir trafen uns pünktlich um kurz vor 9:00 Uhr an der Geesthachter Elbbrücke. Christoph war schon 14 km von Bergedorf aus geradelt, ich hatten die kurze Strecke zur Brücke mit einem Abstecher beim Bäcker geradelt. Schnell noch ein Selfi zum Start der Tour und dann rauf aufs Rad.
Bei noch nicht ganz so warmen 14°C querten wir die Elbe, fuhren entlang des Elbdeiches nach Lassrönne und weiter nach Winsen/L. Von dort ging es auf kleinen Straßen oder landwirtschaftlichen Wegen südlich vorbei an Buchholz Richtung Handeloh. Irgendwo im Wald nach etwas mehr als 2 Stunden Fahrtzeit eine Pause im Wald, auf der der Franzbrötchen Opfer des aufkommenden Hungers wurden.
An der B3 in Welle verpaßten wir das Abbiegen nach links und fuhren mit hohem Tempo auf dem gut ausgebautem Radweg gen Süden. Den Pedelec-Fahrer erstaunte es doch ordentlich, als wir mit hohem Tempo an ihm vorbeizogen und das auch noch mit Gepäck. Erst nach einigen km bemerkten wir, das irgendwas nicht stimmen konnte. Mit Karte und Garmin kamen wir dann auch wieder bei Fintel auf unsere geplante Stecke. Kurz Rotenburg/W. kam dann auch immer mehr die Sonne durch und es wurde langsam wärmer. Das konnte uns nur Recht sein, konnten wir doch so langsam die eine oder andere Jacke ausziehen.
Ein Mittagessen in Rotenburg/W. gegen 14:15 Uhr – grade noch zur rechten Zeit bevor die Küche geschlossen wurde, beschehrte uns einen Salat Caesar und Gnoccis mit Paprika.
Wieder auf dem Rad fuhren wir auf kleinen Wegen und Straßen weiter über Hellwege und Posthausen nach Achim und registrierten zunächst nicht einmal, das wir im Stadtteil Baden schon angekommen waren. Ein leckeres Eis in der örtlichen Eisdiele, dann wollten wir unsere Übernachtungsmöglichkeit das Landhaus Wesermarsch aufsuchen, doch die war fast um die Ecke. So entschieden wir, noch nicht einzuschecken, sondern zunächst noch Getränke für den Abend zu besorgen.
Ein abendlicher Spaziergang an der Weser – ungewohnt wenn man mit Christoph unterwegs ist, kommt man doch meist erst spät an (siehe Kopenhagentour 2019). Wir genießen die abendlichen Wärme, denn die Wolken hatten sich verzogen und machten blauem Himmel mit ein paar weißen Wolken Platz.
Insgesamt legen wir an diesem ersten Tag 127 km zurück, inclusive Pausen, Einkaufen etc benötigen wir dafür etwas mehr als 8 Stunden, maximale Geschwindigkeit : 41km/h. Durchschnitt in Bewegung : 20,5 km/h
Radreise Amsterdam Tag 2
Tag 2
Von Achim nach Rastede
Nach einer guten Nacht sind wir schon gegen 7:30 beim Frühstück im Hotel und kurz nach 9:00 Uhr sind wir wieder auf dem Rad. Heute werden wir zunächst einen Abschnit des Weserradweges und dann einen Teil des Hunteradweges fahren, dem wir nur fast bis nach Oldenburg fahren wollten. Warum es auch diesmal anders kam, wir werden es im folgenden Bericht erklären.

Das Wetter ist heute schon deutlich wärmer als bei unserer Abfahrt gestern und die Sonne lacht vom Himmel. Kurz nach 9 Uhr sind wir unterwegs.
Noch in Achim wechseln wir auf das linke Weserufer und es geht auf einem gut ausgebautem Radweg richlich fern ab der Weser Richtung Bremen. Je näher wir an Bremen herankommen, desto dichter kommen wir auch wieder der Weser. Wir unterqueren die Autobahn A1, passieren den Werdesee, in der Ferne sehen wir die Flutlichtmasten des Weser-Stadions.
Wir folgen der kleinen Weser und verlassen dabei absichtlich unsere geplante Route. Am Wehr der Kleinen Weser wird grad gearbeitet und Taucher sind unter Wasser am Arbeiten.
Wir fahren weiter entlang der Kleinen Weser und stehen kurz nach der Mündung der Kleinen Weser in die Weser am Ende auf eine Landspitze, die ein Hafenbecken und die Weser begrenzt. Hier geht es nicht weiter. Wir müssen zurück, umrunden das Hafenbecken,
fahren durch ein Industrigebiet mit vielen Lagerhäusern am Hafen und kommen dann in einen Park an der Weser. Rechtzeitig sehe ich auf dem Garmin, dass wir wieder Gefahr laufen auf eine Landspitze zu fahren, wenn wir nicht links abbiegen. Auch ein netter Mann weist uns darauf hin, dass wir besser links abbiegen sollten. Vermutlich hatte er uns an den Packtaschen erkannt. Ein wenig irren wir im Gebiet des Neustädter Hafens umher, finden aber keine Möglichkeit, die Gleise und Hafenanlagen zu überwinden und müssen so ein ganzes Stück wieder Richtung Süden fahren, bevor wir wieder auf den Weserradweg gelangen können.
Von nun an geht es auf dem Weserradweg Richtung Nord-Westen, über Seehausen (auf der anderen Weserseite sehen wir das Stahlwerk Bremen fahren wir Richtung Lemwerder vorbei an der West-Side-Gallery.
In Elsfleth wollen wir nach Möglichkeit eine Mittagsrast machen. Aber unser Abstecher nach Elsfleth erweist sich als Flop. Entweder die Lokale haben noch geschlossen, oder sie sind nur am Wochenende überhaupt geöffnet.
Beim örtlichen Supermarkt können wir zumindest noch belegte Brötchen und Getränke bekommen. Zwar nicht das, was wir uns erhofft hatten – aber wenn es nichts anderes gibt.
Wir fahren zurück an die Hunte, die wir vor gut einer Stunde auf unserem Weg nach Elsfleth schon überquert hatten. Schon von weitem können wir sehen, dass die Brücke hochgeklappt ist. Nachdem die Brücke endlich unten ist, nehmen wir “die Verfolgung” der Fredo auf. Das Frachtschiff fährt die Hunte in Richtung Oldenburg und war der Grund für die Brückenöffnung.
An der ersten Möglichkeit auf den Deich zu kommen, ist die Fredo noch vor uns, an der nächsten sind wir vor der Fredo dort.
Wir nutzen die Gunst der Stunde und den guten Radweg und machen mächtig Tempo, so dass wir sogar den schnellen Pedelec-Fahrer, den wir vor unserem Ausflug auf den Deich uberholten, ein zweites Mal überholen.
Eigenlich sollte unser Weg über die Autobahnbrücke der A29 uns über die Hunte und Richtung Rastede bringen. Aber so sehr wir auch suchen, wir können den Weg zum Radweg an der Autbahn nicht finden. Und so fahren wir verschiedene kleine Wege ab, jedoch ohne Erfolg. Ebenso erfolglos ist der Ausflug auf das Brückenlager, außer dass wir feststellen, dass es dort mal Wege gegeben haben muss, die aber wegen Bauarbeiten auf der Brücke geperrt sind.
Ein anderer Radfahrer bestätigt uns, dass es dort oben einen Radweg gibt, der sei aber wegen der Arbeiten an der A29 derzeit gesperrt.
Bei der Suche haben wir viel Zeit verloren, uns bleibt nur der Umweg über Oldenburg und die dortige Hunte-Brücke. Auch das ist eine Klappbrücke, über die die Bahn und der Rad- und Fußweg geführt wird. Allerdings deutlich älter als die Brücke bei Elsfleth.
Unser Weg führt uns am Ostrand von Oldenburg nach Norden und mittlerweile haben wir einigen Hunger bekommen. In Etzhorn finden wir den Etzhorner Krug. Die Küche öffnet zwar erst in 20 Minuten aber wir bekommen einen Platz unter einem Schirm in der Außengastronomie und ein erstes Getränk.
Christoph entscheidet sich für den Spargel mit Schinken, ich wähle den gebackenen Camenbert. Das war dann auch unser Abendbrot, denn nun ist es nicht mehr weit bis zum Gästehaus Hankhausen.
Hankhausen, ein Vorort von Rastede, hat nicht viel zu bieten, und so beschließen wir den Abend mit einem Spaziergang.
Etappendaten:
- gefahrene km : 117,7
- max Geschwindigkeit 30 km/h
- Zeit inkl. Pausen : 8:42 Std
- Durchschnitt in Bewegung : 20,4 km/h
Radreise Amsterdam Tag 3
Tag 3
von Rastede nach Groningen
Nach einer guten Nacht im Gästehaus Hankhausen und einem ebenso gutem Früstück sind wir schon um 8:30 auf dem Rad und immer Richtung Westen unterwegs. Heute geht es von Rastede im Ammerland über Leer nach Groningen in den Niederlanden.

In Rastede müssen wir noch kurz ein örtlichen Einzelhändler Getränke kaufen und außerdem benötige ich dringend eine Fettstift für die Lippen. Meine Lippen sind in den letzten Tagen sehr spröde geworden.
Hier im Ammerland sehen die Straßen schon fast so aus, wie in Holland – gepflastert mit Backsteinen.
Ich vermute mal, das Ammerland ist eine einzige große Baumschule. Überall treffen wir auf Baumschulen. Bäume und Sträucher in Reih und Glied. Zum Teil gezüchtet, um später als Starßenbäume in unseren Städten das Stadtbild zu prägen und für ein wenig Grün zwischen Asphalt und Beton zu sorgen.
In Apen dann in dieser ländlichen Gegend bildet sich ein Stau auf der sonst leeren Landstraße. Die Ursache -zunächst von hinten nicht zu erkennen: Ein LKW steht halb auf der Straße und halb in der Einfahrt. Der nächste LKW kommt da nicht mehr vorbei. Beim Bäcker im Ort erstehen wir etwas Gebäck und Brötchen für unsere Fahrt. Wer weiss denn schon, wann der nächste Bäcker auf unserer Tour kommen wird ?
In Stickhause müssen wir einen kurzen Abschnitt auf dem Zubringer zu B72 fahren, um diese zu unterqueren. Ein Sprinter mit langem Anhänger hat es wohl scheinbar mehr als eilig und überholt uns mit seinem Gespann beim Rechtsabbiegen. Für uns eine echte Schrecksekunde.
Bei Amdorf queren wir die Leida ein Nebenfluss der Ems auf eine schmalen Brücke, über die auch PKW die Leida queren dürfen.
Kurz danach erreichen wir Leer. Meiden die Innenstadt und fahren am Südrand durch den alten Hafen und fahren über die Jann-Berghaus-Brücke über die Ems.
Ein kleines Stück folgen wir nun dem Emsradweg und dem Nordseeküstenradweg, bis wir den Emsradweg in Weener in Richtung Westen verlassen und dem Nordseeküstenradweg weiter folgen. Jedoch bekommen wir davon nicht wirklich etwas mit. Denn Wegweiser hier sind wenig aussagekräftig.Von hieraus geht es auf kleinen Wegen über Bunde bis zur deutsch-niederländischen Grenze bei Bad Neuschanz.
Fast bemerken wir es gar nicht, aber der kleine Bach unter der unscheinbaren Brücke ist die Grenze. Erst als wir auf der anderen Seite die blauen Wegweiser an der Straße stehen sehen, registrieren wir, dass wir in Holland sind. Eine Hinweistafel beschreibt, wie in der NS-Zeit an diesem Punkt Menschen nach Holland geschmuggelt wurden, die Deutschland verlassen wollten/mußten.
Von nun an ändert sich die Radinfrastruktur. Entweder wir nutzen die hollänischen Radwege
oder die Fietspads; etwas schmaler aber nicht schlechter ausgebaute Radwege, die zum Teil auch abseits der Straßen geführt werden.
Über Beeta, Winschoten und Schlochteren erreichen wir Groningen. Unsere höchste Geschindigkeit Erreichen wir auf einer langen Abfahrt von der Brücke über die holländische A7 mit knapp 40km/h.
In Groningen steuern wir zunächst das “Stee in Stad” an. Wir sind in einem Gästehaus ewa 4 min entfernt untergebracht. Das Haus ist ein altes Wohnhaus von ca 1920. Eine steile Treppe führt in den ersten Stock, hier befindet sich eine kleine Gemeinschaftsküche, eine Toilette (für alle Gäste) und ein kleines Bad, in dem Duschen der kleine Raum komplett geflutet wird. Wir haben ein Zimmer(chen) noch eine steile Treppe höher. Zum Schlafen gibt es hier 2 Kojen, die mit Läden verschlossen werden können.
Für eine Nacht wird’s reichen. Nach der “Flutungsduche” erkunden wir das Zentrum von Groningen, finden dort auch ein Lokal und werden beim Essen mit zwei Konzerten unter freiem Himmel überrascht. Zunächst spielt eine Bläsergruppe – vermutlich Schüler, die Mimik und Gestig der Dirigentin ist ausdrucksstark und die jungen Leute spielen auch schwierige Stücke.
Danach ist Pause und die Mitglieder einer Steelband schleppen jede Menge Fässer, Becken und Perkussion-Instrument auf den Platz. Alleine der Aufbau dauert wohl mehr als 30 Minuten. Aber was die danach aus den Kesseln und Fässern an Musik herausholen ist echt toll.
So geht der Abend schnell herum.
Etappendaten:
- gefahrerne Strecke : 136.7 km
- maximale Geschwindigkeit: 38km/h
- Gesamtzeit : 6:35 Std.
- Durchschnitt in Bewegung: 20.7km/h
Radreise Amsterdam Tag 4
Tag 4
Von Groningen nach Swartluis
Nachdem wir eine recht warme Nacht in den engen Kojen unter dem Dach des Gästehauses verbracht haben, packen wir unsere Sache, klettern die engen Stiegen hinunter und packen die Räder.
Wir sind viel zu früh dran, denn Frühstück gibt es erst ab 9:15 Uhr. Für uns eigentlich reichlich spät. Das Frühstück findet im Büro des “Hotels” statt. Die Auswahl ist dürftig, das Angebot typisch hollandisch, viel Weißbort, keine Marmelade, etwas Müsli, Naturjoghurt. Recht einfach.
Schnell haben wir das Frühstück verspeist und machen uns auf die Reise.

Zunächst müssen wir Groningen durchqueren. Vorbei am Stadtzentrum geht es durch den Stadspark. Hier wird grad mächtig für ein Konzert am Wochenende vorbereitet. Unter anderem werden tausende von Fahrradständern in Position gebracht.
Und dann stehen wir vor eine Absperrung. Die Unterführundg unter der A7 ist gesperrt. Wir müssen die Umleitung fahren: zunächst 1.3 km nach Westen, dann die Autobahn queren und …. nein, wir fahren gemäß Navi zurück auf unseren Track und sind schnell draußen im Grünen auf kleinen Straßen geht es Richtung Süden. Wir folgen heute fast ausschließlich dem LF9.
Dabei durchqueren wir einige Naturschutzgebiete und auch den National Park Drents Friese Wold. Innerhalb des Parks sind die Wege mit feinem Schotter gebaut, der ein zügiges Fortkommen erlaubt.
Bei Steenwijk verlassen wir dann den LF9 und machen noch einen Abstecher nach Giethoorn. Hier essen wir – allerdings ist das Personal mit den vielen Touristen nahezu überfordert, denn bis wir endlich bezahlen können vergehen etliche Versuche auf uns aufmerksam zu machen ergebnislos. Ein kleiner Abstecher zu den alten Bauernhäuser am Kanal muß aber auch noch sein.
Nach diesem netten Abstecher nehmen wir die letzten 10-12 km nach Zwartluis unter die Räder. Die Strecke führt an den weiten Wasserflächen von Beulakerwijde und Breiterwijde vorbei.
Swartluis ist ein kleiner aber netter Ort. Unser Hotel liegt direkt am Zwarte Water. Nachdem wir eingecheckt haben und eine Dusche genossen haben, machen wir uns auf in der Ort. Eisessen und ein wenig einkaufen steht auf dem Programm.
Die wohl lustigsten “Straßenschilder” haben wir in Swartluis gefunden:
Etappendaten:
- Länge : 108 km
- Fahrtzeit incl Pausen : 7:45 Std
- Durchschittsgeschwindigkeit in Bewegung : 19.7 km/h
- Höchste Geschwindigkeit in der Nähe von Appelscha: 35km/h
Radreise Amsterdam Tag 5
Tag 5
Von Swartluis nach Amsterdam
Wie groß und auch luxoriös das Hotel Swartluis ist, sehen wir erst am heutigen Tag. Vom Restaurant hat man einen tollen Blick auf das Swarte Water
und es gibt etliche Plätze im Außenberech des Hotels. Wir haben das wohl beste Frühstück auf der Reise. Es gibt alles, was das Herz begehrt, von frischen Brötchen über Obst und Müsli bis hin zu frisch und life zubereitetem Rührei und Omelett.
Trotz des guten Frühstücks sind wir noch vor 9:00 Uhr wieder auf dem Rad. Zunächst fahren wir auf der Nordseite von Zwarte Meer und Ketelmeer Richtung Westen.

Um auf den Flevopolder zu kommen müssen wir den Seitenarm des Ijsselmeeres über eine Brücke überqueren. Der Rest der heutigen Tour ist eher flach uns so erreichen wir die höchste Geschwindigkeit heute bei der Abfahrt von der Brück mit ca 35km/h.
Von nun an geht es entlang des Ijsselmeeres nach Süden. Diesmal fehlen nur die vielen Windräder, die wir hier auf der Sommertour 2019 noch vorhanden waren. Im Wasser sieht man nur noch einige Fundamente.
Kurze Zeit später ist uns auch klar, warum: die Windräder werden wohl erneuert. an Land liegen schon die Türme, auf denen dann die neuen Windräder montiert werden.
Schnell ist Lelystad erreicht. Wir machen einen Abstecher zum Exposure.
Mittlerweile ist es recht warm geworden. Aber in Lelystad finden wir nicht das richtige Getränk. Das werden wir erst in Almere finden. Von Lelystad nach Almere sind es nur wenige km auf dem wohl am Besten ausgebautem Radweg. Schnell kommen wir voran und werden direkt auf die Radautobahn Almere-Amsterdam geleitet.
Kurz hinter dem Hauptbahnhof verlassen wir die Radautobahn, um einen Abstecher in die City von Alemere zu machen.
Christoph hat das Verlangen nach einem Slush und tatsächlich finden wir in der Einkaufsstraße einen Verkaufsstand. Es ist so voll, dass wir wohl 20 Minuten in der Schlang warten müssen. Als wir 2019 durch Almere kamen war die Radautobahn nur in Teilen südlich von Almere fertiggestellt. Durch das Zentrum fuhren wir noch ebenerdig. Nun geht die Radautobahn in einer Höhe von 6-8 Metern über die Stadt hinweg. Es ist ein Genuß auf diesem Radweg zu fahren: nur wenige Kreuzungen, in der Regel sind Fahrräder Vorfahrt berechtigt und ein super Belag.
Und kurze Zeit später sind wir auch schon in Amsterdam. Am Kanal entlang kommen wir schnell in die City. Vorbei am Hauptbahnhof und noch rund 2km weiter und wir haben unser Hotel Camp Inn erreicht. Das Hotel gehörte wohl früher mal zu einer der großen Hotelketten, wird aber heute von einem Pakistani oder Inder geführt. Alles ist uns ein wenig zu plüschig und das Interieur ist in die Jahre gekommen. Wir haben ein kleines Zimmer mit Fenster zu einem Lichtschacht. Das nächste Fenster ist genau gegenüber. Die Klimaanlage ist auf 17°C eingestellt und macht das Zimmer zu einem Kühlschrank.
Bis hierher haben wir 628km zurückgelegt.
Nachdem wir uns frisch gemacht haben, suchen wir in der Nähe die “Spagetteria” auf. Hier gibt es leckere Nudelgerichte. Genau das Richtige nach einem Radltag.
Das Essen ist gut. Die Sonne meint es gut und nachdem wir wieder am Hotel angekommen sind, entscheiden wir uns noch mit dem Fahrrad ein Wenig durch die Stadt zu gondeln. Aus ein Wenig werden dann schnell kanpp 1,5 Stunden und rund 16 km bis wir wieder zurück sind.
Im Hotel gibt es nur alkoholfreie Getränke und so bleibt es bei einem alkoholfreiem Radler.
Etappendaten:
- Strecke bis zum Hotel 120.4km plus ca 16 km Sightseeing
- gesamte Fahrtzeit 5:30 Stunden
- Druchschnitt in Bewegung: 21.6 km/h
Radreise Amsterdam Tag 6
Tag 6
Gottesdienst in Amsterdam und Rückreise per Bahn
Nach einer guten Nacht in unsere Klimakammer erwartet uns ein ausgesprochen reichhaltiges Frühstück mit einigen orientalischen Überraschungen. Satt wie wir danach sind packen wir unsere Sachen zusammen und fahren die wenigen km zum Theater Amsterdam. Hier wollen wir heute den Gottesdienst von Hillsong besuchen. Wir erleben einen tollen modernen Gottesdienst mit viel Musik und einer tollen Predigt über Simon Petrus, den Fels auf den Jesus seine Gemeinde baut.
Nach dem Besuch des Gottesdienstes haben wir noch etwas Zeit um im Pancakes Amsterdam Pfankuchen zu essen. Hier ist es um die Mittagszeit wieder mal recht voll und wir müssen etwas warten, bis wir einen Tisch bekommen.
Um 15:00 Uhr geht dann unser IC nach Osnabrück. Für das Liegerad wurde uns geraten, einen Tandemplatz zu reservieren. Allerdings gibt es in diesem IC keinen ausgewiesenen Tandemplatz und in die Hochkant-Stell-Plätze kann ich die breiten Reifen nicht einhängen. Christoph hat da keine Probleme uns do stelle ich meinen Wolf in seinen und er sein Rad in den “Tandemstellplatz”. Wie man dort aber ein Tandem unterbringen soll, ist mir ein Rätsel.
Am Umsteigebahnhof in Osnabrück hat unser Zug ca 10 Minuten Verspätung, das macht aber nichts, denn auf den IC nach Hamburg müssen wir statt 10 Minuten über eine Stunde warten.
Eigentlich hätten wir um 20:12 in Hamburg sein sollen, sind es aber erst gegen 21:15. Hier trennen sich nun unsere Wege. Christoph fährt nach Bergedorf, ich wähle die Route über Kaltehofe und Allermöhe und Curslack nach Geesthacht.
Zu Hause bin ich dann exakt im 22:30 und das Tacho zeigt eine Strecke von 965km an.
Eine super Tour, die mit Christoph zusammen viel Spass gemacht hat.
Kommunikation auf dem Fahrrad
Kommunikation auf dem Fahrrad
Hast du sie auch schon mal gesehen und gehört ? Fahrradfahrer, die sich unterwegs nahezu anschreien, um sich zu unterhalten ? Ich sehe sehr häufig Rennradfahrer auf den Deichen, die bei hohem Tempo versuchen, sich zu unterhalten. Meistens kann das gesamte Umfeld mithören.
Für Anweisungen und Hinweise wenn man nebeneinander fährt, mag das noch gehen, fährt man aber hinter einander, dann wird die Kommunikation schnell schwierig und je höher das Temp ist, um so weniger bekomt man vom Gesprochenen des anderen mit.
Irgendwo ist mir dann mal den Begriff “Sena Smart Helm” untergekommen. Und als ich mich mit dem Helm näher auseinander gesetzt habe, fand ich die Lösung mittels Funk oder Bluetooth zu kommunizieren gar nicht so dumm. Im Bereich Motorrad ist das schon lange gebräuchlich, hat man doch Strom genug und auch ein Kabel ist nicht wirklich hinderlich – mit Funk ist es natürlich angenehmer.
Nun gibt es so was also auch für uns Radfahrer: Sena Smart Helm und Sena PI (und sicherlich auch noch andere Hersteller, die ähnliche Produkte im Angebot haben).
Wir haben uns dann für das Sena PI entschieden. Der Sena Helm war nicht so mein Ding und Dani hat seit einiger Zeit ihren Helm mit Visier im Einsatz.
Das Sena Pi wird an den vorhandene Helmgurten befestigt und ermöglicht dann viel mehr als wir bisher geneutzt haben. Bisher haben wir die beiden PI’s nur miteinander gekoppelt und darüber dann gesprochen.
Das ist ein Sena PI, die beiden eckigen Kästchen kommen links und rechts an den Helmgurt, das Kabel läßt man irgendewo im Helm verschwinden.
Was nutzen wir am Sena PI, was gefällt uns:
- Leichtes Koppeln der beiden Geräte. Nach dem Einschalten nur für 5 Sek den MINUS-Taster an beiden Geräten drücken, und die beiden koppeln sich.
- Ausreichende Reichweite. wir haben es mit rund 150-200m getestet und hatten keinen Verbindungsabbruch.
- Kommunikation deutlich besser, als ohne auch wenn die Übertragung ein wenig Zeit in Anspruch nimmt. (Manchmal hört man den Partner sowohl direkt als auch über das PI)
- Akkulaufzeit von mind. 6 Stunden. Wir waren 2x 3 Stunden unterwegs und erst am Ende kam ein HInweis bei einem PI, das der Akku langsam schwach wird. Aber es war noch Restlaufzeit vorhanden.
- Einfach zu montieren
- Klein und recht unscheinbar
- Kein Micro, das vor dem Mund baumelt.
Was haben wir bisher nicht getestet:
- Verbindung mit dem Handy – Telefonieren
- sprachliche Navigationsanweisungen vom Telefon via PI
- Musik hören
- und anderes mehr.
Für uns ein gutes Gerät, erleichtert es doch die Kommikation, auch wenn der eine mal ein Stück hinterher fahren muss. Die Nachfrage : hast du ein Problem kann nun beim Fahren gestellt und beantwortet werden.
Sommertour 2022 – Prolog
Sommertour 2022
Prolog
Eigentlich, ja eigentlich ….. eigentlich wollten wir dieses Jahr in den Süden. Noch im Winter hatten wir geplant und an der Strecke getüftelt. Fahren wir bis Regensburg mit der Bahn ? oder nur bis Würzburg. Leider werden bei der DB die direkten Verbindung mittels IC immer wenige, und die ICE haben nur so ein begrenztes Angebot was die Fahrräder angeht.
Nach einigem Suchen hatten wir es dann geschafft. Unsere Fahrt sollte von Würzburg am Main entlang bis nach Wertheim, dann entlang des Taubertales bis nach Rotenburg und von dort über die Altmühl bis an die Donau, einen kleinen Abstecher zum Donaudurchbruch bei Weltenburg. Danach sollte es über den Rhein-Main-Donaukanal und ein wenig Main aufwärts bis in die Nähe von Burgkundstadt gehen, und dann weiter über den Lions-Radweg an die Saale bei Hohenwarte. Die Rücktour wollten wir das mit dem Rad entlang von Saale und Elbe antreten. Gplant rund 1350km.
Aber…. dieses Jahr ist ja nichts wie sonst. Schon Wochen vor dem geplanten Termin gab es keine Möglichkeiten mehr, ohne zigmal umzusteigen mit der Bahn bis nach Würzburg zu kommen.
Wir mußten also umplanen. Ein andere Startpunkt – fast überall das gleiche. Und 10 Stunden oder mehr im Zug zu verbringen, das ist auch nicht das, was wir uns unter einem Urlaub vorstellen.
Es mußte also eine andere Lösung her. Oder-Radweg und Ostsee-Radweg ??? Das wird sportlich, brauchen wir doch täglich eine Pension oder ähnliches. In den Sommerferien vermutlich an dem einen oder anderem Ort eine nicht lösbare Randbedingung. Elbe rauf und runter erschien uns auch nicht wirklich sinnvoll.
Und dann war sie gefunden : Sommertour 2022. Unsere Fahrt geht nun ins Thüringer Schiefergebirge, Voigtland und ein wenig ins Erzgebirge. Über die Elbe und die Saale werden wir die Anfahrt mit den eigenen Rädern absolvieren. Wir werden der Saale bis nach Ziegenrück folgen. Von dort geht es auf dem Radweg EUEG1 über Zeulenroda, Reichenbach ins Göltzsch-Tal. Wir werden der Göltzsch ein gutes Stück flußauf folgen und dann bei Hammerbrücke an die Zwickauer Mulde wechseln. Dem Mulde-Radweg werden wir dann fast bis zur Mündung in die Elbe bei Dessau folgen. Über Torgau an der Elbe wechseln wir auf den Radweg der Tour-Brandenburg und fahren über Luckenwalde, Brandenburg a.d.Havel und Havelberg, dort erreichen wir erneut die Elbe, an deren Ufern wir zurück nach Hause fahren werden.
Geplant sind 16 Etappen zwischen etwa 80 und 115 km. Meistens kommen zur geplanten Strecke ja auch immer noch ein paar km hinzu.
Sommertour 2022 Tag 1
Tag 1
Von Geesthacht nach Pevestorf
Heute ist es so weit: Nachdem wir gestern die wenigen Sachen, die wir für eine Mehrtagestour benötigen, schon eingepackt hatten, Ersatzschläuche und Werkzeug hinzugetan hatten, konnte es nun losgehen. Obwohl die Wettervorhersage einige Schauer angekündigt hat und der Himmel recht grau ist, brechen wir um 10:00 Uhr auf. In der Ferne ziehen dunkle Wolken auf, aber noch ist es trocken.
Wir machen wieder das klassische Elbehopping und umgehen so die Hügel von Lauenburg, Boizenburg und zwischen Darchau und Hitzacker.

Aber wir müssen nur kurz warten und die dunklen Wolken, die näher gekommen sind, können uns noch nicht erreichen. Doch schon in Artlenburg müssen wir uns entscheiden: Unterstellen oder weiterfahren, denn es beginnt zu tröpfeln. Aus dem Tröpfeln wir dann schnell ein ordentlicher Schauer. Gut, dass wir uns bei der Feuerwehr untergestellt haben. Unter dem Vordach der Wagenhalle sind wir einiergmaßen geschützt. Eine Mitarbeiterin der Kommune kommt vorbei, um eine Hygienespülung durchzuführen und öffnet die Wagenhalle. Dort ist es viel angenehmer und wir können den Schauer abwarten.
Kaum ist der Schauer abgeklungen, machen wir uns weiter auf den Weg. Die Strecke ist uns gut vertraut, sind wir doch schon viele Male nach Bleckede gefahren. Nun erstmal was essen, aber der lokale Italiener hat geschlossen und eine Wurst am Imbiss, danach steht uns nicht der Sinn. Im Bistro am Hafen bekommen wir Pasta mit Pesto: einfach, aber es macht satt und füllt die verbrauchten Kalorien wieder auf. In Bleckede mit der Fähre ans Nordufer der Elbe und weiter entlang der Elbe immer gen Osten. Das Wetter wird besser, es zeigen sich erste Wolkenlücken und die Sonne blitzt immer mal wieder kurz durch die Lücken.
Der Wind ist leicht und kommt aus westlicher Richtung und schiebt uns ein wenig an. So kommen wir gut voran. Anders ist es, wenn hier ein strammer Gegenwind einem um die Ohren bläst, dann wird es anstrengend.
Nach etwa 80 km sehen wir Hitzacker auf der anderen Seite der Elbe. Aber bis zu unserem Ziel sind es noch rund 40 km. Wir könnten nun mit der kleinen Fähre übersetzen und so einige km einsparen, aber wir entscheiden uns, auf der nördlichen Elbseite weiter zu fahren.
In Dömitz würden wir gerne noch ein wenig einkaufen, gibt es doch in den kleinen Ortschaften im Wendland kaum Möglichkeiten. Aber am Westrand von Dömitz gibt es auch keinen Supermarkt. Durch den ganzen Ort fahren, um den Supermarkt am Hafen zu finden, ist uns zu aufwendig. Dann müssen wir halt unterwegs noch was finden.
Bei Dömitz queren wir auf der dortigen Brücke die Elbe. Auch in der Region Dömitz/Lenzen/Wendland sind wir schon einige Touren gefahren. Auch die alte Eisenbahnbrücke bei Dömitz haben wir schon einige Male besucht. Aber ich finde, es ist immer wieder toll, diese alte Brücke (auch wenn sie 1945 geprengt wurde) anzusehen.
Schon bald sehen wir den Funkturm von Höhbeck in der Ferne. In der Nähe liegt unser heutiges Ziel – der kleine Ort Pevestorf. Aber wir haben noch kein Abendessen und auch die Getränke sind alle. So bleibt uns nur der Umweg über Gatow. In den anderen Orten, durch die wir gekommen sind, haben wir keine Möglickeit zum Einkaufen gefunden.
Unsere Unterkunft für diese Nacht ist der Lindenhof in Pevestorf. Das Zimmer ist einfach und im Stil der 80er Jahre, aber sauber. Hotel und auch das Lokal machen einen ein wenig vernachlässigten Eindruck. Das Essen am nächsten Morgen ist durchschnittlich. Wir bewerten die Unterkunft mit 3 und auch das Essen bekommt von uns die Note 3.
Tourdaten:
- Entfernung : 126km, das Navi weist nur 123km aus
- Durchschnitt in Bewegung : 21.1 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 7:30 Std.

Sommertour 2022 Tag 2
Tag 2
Von Pevestorf nach Tangermünde
Nach einem durchschnittlichen Frühstück im Lindenkrug – es war angenehm warm und wir haben draußen auf der Terrasse gefrühstückt – machen wir uns wirder auf den Weg. Wir folgen auch heute wieder dem Elberadweg und bleiben links der Elbe.

Beim kleinen Ort Wanzer überqueren wir den kleinen Fluß Aland und sind nach kurzer Zeit wieder am Deich der Elbe.
Vom Deich aus ist die Elbe aber nur selten zu sehen. Wenn wir mal auf dem Deich fahren können, dann sieht man meist nur das Deichvorland. Wo genau die Elbe ist, ist nicht zu sehen. Meistens fahren wir aber am Deichfuß.
Der Weg ist überwiegend gepflastert. Häufig sind aber noch alte DDR-Lochplatten auf dem Weg, so dass das Fahren hin und wieder anstrengend wird, nicht durch die Löcher zu rattern. Meistens ist links der Deich und rechts sind Felder oder kleine Wäldchen.
Gegen 12:00 Uhr – mittlerweile ist es recht warm geworden – erreichen wir einen Rastplatz in der Nähe von Beuster nach 2:40 Std Fahrt. Er ist der erste auf der Fahrt heute. Hier können wir nach rund 40 km eine kleine Pause im Schatten machen.
Noch gut 1,5 Std Fahrt und wir kommen in Werben an. Wir hatten uns vorher informiert: Die Gastronomie, die es nur spärlich gibt, hat mittags meistens geschlossen. Uns bleibt nur das kleine Bistro am Freibad. Den Wegweiser am Elbdeich übersehen wir beinahe, denn er ist sehr ungünstig aufgestellt.
Werben ist mit nur knapp 1000 Einwohnern vermutlich die kleinste Hansestadt in Deutschland.
Nach unserem Stop in Werben fahren wir weiter Richtung Tangermünde, bei Altenzaun durchqueren wir den Industrie- und Gewerbepark Altmark. Wo früher einmal das AKW Stendal entstehen sollte, sind heute nur noch einige Ruinen erkennbar und die Flächen werden überwiegend von der nahen Zellulosefabrik als Lagerplatz für Holz und Späne genutzt.
Die Radwege hier sind eine reinste Katastrophe: Kaputt, von tausenden Wurzeln aufgebrochen und nur extrem langsam zu befahren, sonst wirft es einem vom Rad. Auch die Straße ist wegen des starken Schwerverkehrs keine wirkliche Alternative. Wir sind froh, wieder aus diesem Gebiet herauszukommen. Wir durchfahren Arneburg und kommen auf einen gut ausgebauten Radweg, der uns fast bis nach Tangermünde bringen wird.
Nach einem Einkauf, scheinbar sind in Tangermünde alle wichtigen und größeren Läden am Westrand der Stadt auf der Wiese untergebracht, fahren wir zu unserer heutigen Unterkunft: Pension und Cafegarten “Luisenhof”. Wir hatten gehofft, hier noch ein schönes Stück Kuchen zu bekommen, aber daraus wurde nichts, denn schon gegenb 16:30 Uhr gab es keinen Kuchen mehr, und auch von dem versprochenen Cafegarten war nicht viel zu sehen. Unser Zimmer war dafür nett eingerichtet und sehr groß.
Nachdem wir uns frisch gemacht haben, machen wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Tangermünde hat einen hostorischen Stadtkern und eine alte Burg.
Mehr Bilder und Hinweise zu den besuchten Orten sind in der Gallerie zu finden.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 2, das lieblose einfache Frühstück reicht gerade eben für die Note 4.
Tourdaten:
- Entfernung : 104km
- Durchschnitt in Bewegung : 19.7 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 6:40 Std.
- Höhenmeter : +323m, -208m

Sommertour 2022 Tag 3
Tag 3
Von Tangermünde nach Barby
Wie schon gestern geschrieben hat das Frühstück in Tangermünde uns nicht überzeugen können. Es war äußerst einfach und lieblos. Kein Obst, kein Müsli, kein Joghurt. Nun denn für einen Start in den Tag sollte es dennoch reichen, 108 km liegen vor uns immer entlang der Elbe bis zur Saalemündung in Barby soll es heute gehen. Das Wetter heute morgen ist bedeckt, die Temperatur knapp unter 20° und es ist windig und einzelne Regenschauer sind auch angesagt.

Nach gut 2 Stunden Fahrtzeit haben wir die Fähre bei Rögatz erreicht und wechseln auf die rechte Elbseite.
Und dann gegen Mittag haben wir das Wasserstraßenkreuz bei Hohewarthe fast erreicht. An der Schleuse Niegripp wollen wir eine Rast machen. Ein Rastplatz, der aussieht wie ein umgedrehtes Schiff mit aufgeschnittenem Laderaum lädt Radfahrer und Wanderer zum Verweilen ein.
Wir haben gerade ein wenig gerastet, einigen Geotrackern beim Suchen zugesehen, als ein kurzer aber heftiger Schauer niedergeht. Wir sind froh, hier im Trockenen zu sitzen. Das Wasserstraßenkreuz kennen wir schon von unserer Sommertour 2018 so dass wir diesmal nur drüber und dran vorbei fahren.
Ab Hohenwarthe bis Magdeburg ist der Radweg abschnittsweise recht schmal. Es geht dicht am Elbhang entlang und manchmal über Kuppen und durch enge Kurven. Hier ist nun auch deutlich mehr Radverkehr – man merkt halt die Nähe von Magdeburg. Aber einige e-motorisierte Zeitgenossen meinen, der schmale Weg gehöre ihnen alleine und Gegenverkehr habe nicht zu kommen, wenn sie fahren. Mehrmals kommt es zu kritischen Situationen – meist mit älteren Personen auf Pedelecs, einmal muss ich ins Grün ausweichen, um eine Kollision zu vermeiden. Da frage ich mich, warum diese Radler auf einer derart unübersichtlichen Strecke am Pedelec maximale Unterstützung einstellen. Ich hatte den Eindruck, dass die Personen ihr Rad nicht wirklich unter Kontrolle gehabt haben. In diesen Momenten ist unsere Sprachverbindung von großem Nutzen, kann man demn Folgenden doch noch schnell auf die Gefahr aufmerksam machen. Ach ja, die Sena Pi haben etwa eine Laufzeit von 5,5 – 6 Stunden.
In Magdeburg wechseln wir erneut – diesmal über eine Brücke – die Elbe.
Wir haben beschlossen heute Mittags warm zu essen. So fahren wir vorbei am alten Hafen, der Johanniskirche und dem Hunderwasserhaus,
vorbei am Dom, bis wir im Bereich Hasselbachplatz/Breiter Weg ein kleines asiatisches Bistro finden. Heute gibt es Asia-Food.
Der Abstecher in die Innenstadt hat uns rund eine Stunde gekostet, aber für ein gutes Essen muss man das schon mal einplanen.
An der Elbe geht es nun wieder Richtung Süden. Hin und wieder verstehen wir die Wegführung des Elberadwegs nicht, insbesondere dann, wenn wir für wenige Meter von der Straße durch ein Wohngebiet geführt werden, nur um danach wieder an der gleichen Hauptstraße zu landen. Natürlich müssen wir dann zweimal die Hauptstraße überqueren.
In Schönebek kaufen wir noch Getränke und unser Abendessen, denn in dem kleinen Ort Walternienburg gibt es keine Einkaufsmöglichkeit. eigentlich wollten wir in der Stadt Barby übernachten, aber alle Anfragen an die dortigen Pensionen und Hotels wurden abgewiesen. So haben wir auf der andere Seite gesucht und konnten in Heinrichs Pension eine Nacht verbringen.
Aber bevor wir dort ankamen galt es noch eine Herausforderung zu bestehen. Wir mußten über die alte Brücke der Kanonenbahn die Elbe überqueren. Mehr zu dieser Brücke auch hier. Es galt eine recht steile enge Rampe hinaufzuschieben, deren Zugang ein wenig versteckt lag. Wir sind zunächst ohne den kleinen Weg zu bemerken, daran vorbeigefahren
Dann standen wir vor einem Massiven Gitter aus Edelstahl. Die Räder mußten wir um die Ecken heben, durchfahren oder durchschieben war nicht möglich.
Und dann erwartete uns ein langer schmaler Streifen mit Kunststoffplanken neben der eigentlichen Brücke. Beim Rüberfahren bogen sich die Planken und schnellten mit lautem Klappern danach wieder hoch.
Am Ostufer dann noch ein “Drängelgitter” wie wir es schon auf der Westseite hatten und eine Zuwegung, die eigentlich nur für Fußgänger geeignet ist.
Doch nun zurück zu unserer Übernachtung. Die Webseite sagt nicht viel aus und wir waren gespannt, auf das, was uns dort erwarten würde. Wir wurden auf’s Angenehmste überrascht. Das Zimmer entpuppte sich als kleines Apartment über 2 Etagen. Oben ein geräumiges tolles Schlafzimmer, untern ein kleines Bad und ein netter Wohnraum. Und im Innenhof ein netter Biergarten. Im Außenbereich dann nocht ein großzügiger Garten und darin ein Hasengehege, eine Vogelvoliere mit Sittichen und Canarien etc, dazu ein Spielplatz und Hühner.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 1, das liebevolle Frühstück mit der Note 2.
Tourdaten:
- Entfernung : 108km
- Druchschnitt in Bewegung : 17.0 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 7:40 Std.
- Höhenmeter : +243m, -240m

Sommertour 2022 Tag 4
Tag 4
Von Walternienburg nach Merseburg
Eine entspannte Nacht in dem kleinen Ort Walternienburg liegt hinter uns. Der Chef selber ist am Sonntag aktiv und serviert den Gästen das Frühstück. Ein echt tolles Frühstück mit Obst, Käse, selbstgemachten Brotaufstrichen, Honig, Nuss-Nugat-Creme und wahlweise Rührei oder gekochtes Ei. Auf Nachfrage bekommen wir sogar zusätzliche Brötchen, die wir mit noch vorhandenem Käse und Aufschnitt belegen und dann mitnehmen können.
Heute haben wir ein wenig mehr Zeit. Die Fähren über die Elbe starten ihren Betrieb am Sonntag erst um 10:00 Uhr und bis zur Fähre Breitenhagen sind es nur rund 5km.

Wir haben die Fähre Breitenhagen gewählt, damit wir nicht auch noch die kleine Fähre an der Saale in Groß Roseburg nutzen müssen. Der Radweg hier entlang der Saale ist neu und gut. Nur der Gegenwind macht uns zu schaffen und drückt das Tempo, Abscnittsweise ist der Radweg auch noch nicht erneuert und zeigt uns, wie zu DDR-Zeiten Betonplattenwege überall ausgesehen haben müssen.
Nach gut 2 Stunden haben wir Bernburg erreicht. Hier hatten wir 2018 in der Stadt übernachtet. Heute am Sonntag Vormittag ist alles noch ein wenig verschlafen. Wir suchen die wohl einzige Bäckerei auf, die über die Mittagszeit geöffnet hat. Hier gibt es aber nur Eis und Torte. Dann eben Torte.
Nach dem wir wieder Energie getankt haben geht es weiter die Saale hinauf. Bis nach Wettin sind wir 2018 die Strecke schon gefahren und der Radweg ist überwiegend gut. Entsprechend schnell kommen wir voran. In Wettin nach rund 70km Strecke und insgesamt 4,5 Std Fahrtzeit eine Pause und wir essen die noch in Walternienburg geschmierten Brötchen.
Auf der Weiterfahrt auf dem guten Saaleradweg nutzen wir dann in Brachwitz die Fähre um auf das andere Saaleufer überzusetzen.
Danach ist Halle schnell erreicht. Zunächst ist die Stadtdurchfahrt ein Kinderspiel. Der Saaleradweg folgt dem Flußlauf der Saale und wird durch Parks und Grünflächen entlang der Saale geführt. Heute ist Sonntag und viele Menschen nutzen das Sonnige Wetter für allerlei Freizeitaktivitäten. Auf der Peißnitz findet auch noch ein Volksfest statt, hier sind besonders viele Menschen. Radfahren geht wenn überhaupt nur im Schritttempo.
Wir rufen von Halle aus unseren Gastgeber in Merseburg an und geben ihm unsere ungefähre Ankunftszeit. Wir müssen zu seiner Privatadresse. Unsere kleine Ferienwohnung ist einige hundert Meter weiter.
Wieder wechseln wir sie Saaleseite. Und dann werden wir umgeleitet. Der Saaleradweg ist gesperrt und wir folgen der Umleitung. Die ist zwar gut beschildert, aber der Weg führt durch Parks und die Wege sind in einem schlechten Zustand, dass auch hier wieder meist nur zwischen 10 und 15 km/h gefahren werden kann. Hinzu kommen noch etliche Querstraßen, die wir kreuzen müssen. Insgesamt brauchen wir für die Umleitung von etwas mehr als 2km rund 10 Minuten – gefühlt aber deutlich länger.
Bei Schkopau müssen wir dann die Saale erneut auf einer Eisenbahnbrücke überqueren. Wie schon in Barby gibt es auch hier keinen durchgehenden Radweg und wir müssen die Räder ein wenig schieben.
und der Weg auf der Brücke ist wiederum sehr schmal, aber in einen besseren Zustand als auf der Brücke in Barby.
In Merseburg dann müssen wir uns ein wenig durchfragen, bis wir beim Vermieter ankommen. Wir stehen vor dem Tor und klingeln wie vereinbart, aber uns wird nicht geöffnet. Nachdem wir noch einmal angerufen haben kommt unser Vermieter und begleitet uns zur Wohnung einige Straßen weiter.
Die Ferienwohnung – eine Unterkunft in Hotel oder Pension war nicht verfügbar oder deutlich zu teuer – war eine kleine Wohnung bestehend aus Bad, Flur mit kleiner Küche und einem Schlafzimmer, das im Hinterhof eines Wohnhauses gelegen ist. In dem kleinen Innenhof konnte man noch draußen sitzen. Aber die Sonne konnte das Innere nicht erreichen. Beim Lieferdienst um die Ecke konnten wir 2 Nudelgerichte erstehen und dann im Innenhof verzehren.
5 Minuten Fußweg und wir hatten die Innenstadt erreicht. Allerdings hat Merseburg nicht viel zu bieten. Und nach 18:00 Uhr hatten auch schon die beiden Eisdielen geschlossen. Und wir hatten uns so auf ein Abendeis gefreut.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 4+ was überwiegend der nur bedingten Sauberkeit geschuldet ist. Frühstück können wir nicht bewerten, denn ein Frühstück wurde vom Vermieter nicht angeboten.
Tourdaten:
- Entfernung : 114km
- Durchschnitt in Bewegung : 17.2 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 6:40 Std.
- Höhenmeter : +458m, -390m

Sommertour 2022 Tag 5
Tag 5
Von Merseburg nach Kahla
Die Unterkunft in Merseburg bot uns kein Früstück an, das war schon bei Buchung klar. Wir suchten daher im Internet nach einem Cafe oder Backerei, bei der wir ein Frühstück bekommen könnten. Wir wurden nicht wirklich fündig. So stellten wir uns das Früstück beim nahen Supermakrt selbst zusammen und aßen in der Ferienwohnung. Danach noch schnell abwaschen und die Sachen zusammenpacken und dann konnte es losgehen. Abfahrt heute etwas früher: schon um 9:30 sind wir wieder unterwegs, wird doch die Strecke heute 116km erreichen.

Wir müssen einige merkwürdige Umwege fahren bzw. stellenweise auch schieben, um die Baustelle zu umgehen. Bis nach Naumburg führt der Weg danach dann wieder gut ausgebaut entlang der Saale. Vor uns tauchen die ersten Weinberge der Saale-Unstrut-Region auf. Hinter Naumburg führt der Saaleradweg dann steil innerhalb eines Weinberges bergan, um danach gleich wieder hinunter auf Saaleniveau zurückzugehen.
In Camburg wollen wir heute gerne zu Mittag essen. Zunächst versuchen wir es in der Altstadt. Angesprochene Passanten sagten uns, dass es in Camburg kein Lokal oder Bistro mehr gäbe. Lediglich ein Rewe sei noch im Ort. Vielleicht können wir ja dort was zu essen finden. Eine Passantin meinte, beim Fleischer in der Nähe von Rewe gäbe es eine Mittagstisch. Wir machen uns also auf über den Saalesteg Richtung Rewe.
Und dann finden wir sie, eine kleine Pizzeria mit Lieferservice. Die hatten wir auch im Internet recherchiert, aber nicht mehr dran geglaubt, dass es sie noch gäbe.
Nach dem Essen wird es hügeliger auf dem Saaleradweg.
Wo es so runter geht, da sind wir vorher ein ähnlicher Weise auch hochgefahren. Immer wieder wechseln sich hügelige und nahezu ebene Anschnitte ab.
Wie oft wir heute von einer Seite der Saale auf die andere gewechselt sind ? Ich habe es nicht gezählt. Aber es sind viele Male. Die schönste Brücke am Saaleradweg ist vermutlich die Kunitzer Hausbrücke:
Durch Jena geht es auf Fahrradstraßen entlang der Saale recht schnell. Es ist mächtig Radverkehr in Jena. Aber dank der breiten Fahrradstraßen ist das kein Problem, auch die Beschilderung ist gut. Nur am Südrand von Jena im Bereich Neulobeda, eine Plattenbausiedlung, wie sie von der DDR auf der grünen Wiese errichtet wurde wird es anspruchsvoll. Hier geht es dann auf einmal auch richtig hoch. Neulobeda liegt gut 30 m oberhalb der Saale. Bei Oelknitz dann noch mal der gleiche Spass.
Zunächst geht es leicht bergab, aber wir müssen eine Landstraße queren und können den Schwung nicht mitnehmen, um die nächste Steigung hinaufzukommen. Im kleinsten Gang fahren wir die geschotterte Straße mühsam nach oben. Das Navi erfaßt eine Steigung von etwa 8%. Oben angekommen geht die Schotterpiste noch einige Zeit weiter.
Eigentlich wollten wir in Kahla übernachten, aber alle Anfragen wurden negativ beantwortet. So blieb uns nur, nachdem wir uns in Kahla noch mit Proviant und Gerränken eingedeckt hatten, zum Hotel Linzmühle in einem Seitental der Saale zu fahren.
Wir hatten bis dahin schon 112 km absolviert. Nun ging es noch mal bergan. Es galt rund 80 hm auf einer Strecke von etwa 6 km hinaufzufahren. Das ist nicht besonders steil, aber wir merkten es dennoch in den Beinen. Das Navi mißt eine Steigung von etwa 4-5%.
Das Hotel liegt abgelegen in dem Seitental. Total ruhig ist es hier, aber außer dem Hotel gibt es auch nichts anderes. Es ist sicher eine gute Basisstation für Wanderer, ist doch rundherum viel Wald und “Berge” mit einer Höhe bis zu 350m. Das Hotel wurde vermutlich nach der Wende zuletzt saniert / renoviert. Die Zimmereinrichtung ist ein wenig altbacken aber sauber und gepflegt.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 3, das Frühstück mit der Note 2.
Tourdaten:
- Entfernung : 116km
- Durchschnitt in Bewegung : 16.6 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 7:00 Std.
- Höhenmeter : +611m, -438m
- Höchstgeschwindigkeit : ca 42km/h

Sommertour 2022 Tag 6
Tag 6
Bergsteigen für Flachländer – von Kahla nach Ziegenrück
Nach einem guten Früstück machen wir uns wieder auf den Saaleradweg. Um den wieder unter die Räder nehmen zu können, müssen wir wieder durch das Tal zurück an die Saale. Diesmal können wir aber einfach dahinrollen. Die ersten knapp 4km geht es bergab zurück an die Saale. Wie viele Höhenmeter wir heute machen werden, ist uns zu dem Zeitpunkt noch nicht klar. Aber der Tag wird einer der schönsten aber auch einer der anstrengensten der Tour werden.

Dort, wo die Saale nicht gestaut ist, ist sie nur noch ein kleines Flüßchen meistens dann nicht mal 50cm tief.
Schon in der Nähe der alten Burg Weißenburg und der dortigen Klinik bekommen wir einen Vorgschmack, auf das Auf und Ab, das uns heute begleiten wird. Geht es doch an der Klinik mit etwas mehr als 10% den Hügel hinauf. 10 % sind für uns soeben mit Gepäck noch fahrbar.
Danach geht es eine lange Abfahrt hinunter durch den Wald. Maximal 7% Gefälle messen wir. Genug, um rollender Weise mühelos auf mehr als 50 km/h zu kommen. Da wir die unübersichtliche Strecke nicht kennen, lassen wir es langsamer angehen und bremsen immer wieder kräftig ab. Und lassen die Geschwindigkeit nur selten über 42km/h ansteigen.
Bis Rudolfstadt ist es nun nur noch ein kleiner Weg. Der Weg führt hier mitten durch den recht großen Industriepark Schwarza. Um das immer noch in Betrieb befindliche Kraftwerk wurde recht viel Industrie angesiedelt.
Unsere erste Pause heute machen wir auf einem Rastplatz für Paddler und Radfahrer in Remschütz. Das Wetter ist super, wir können direkt an der Saale sitzen und Obst und Kuchen verzehren. Hin und wieder fährt auf der Saalebahn ein Zug vorbei, Autos hört man fast gar nicht.
Der nächste größere Ort auf der Strecke ist nun Saalfeld. Der Radweg verläuft hier direkt an der Saale, so dass wir von der eigentlichen Stadt und den Autos verschont bleiben. Außerhalb von Saalfeld werden Saaleradweg, die Bundesstraße B85 und die Saalebahn dichgedrängt zwischen Saale und dem Berg geführt. Aber für eine Bundesstraße ist der Verkehr eher schwach an diesem Tag.
Kurz hinter Saalfeld wird es dann weniger toll mit dem Saaleradweg. Die Wegführung im Bereich zwischen Reschwitz bis hin nach Eichicht am gleichnamigen Stausee sollte verbessert werden. Schon andere Radfahrer haben diese Wegführung auf ihre Weise kritisiert, man beachte dazu den Zusatz auf dem obersten Schild:
Zunächst gilt es eine Steigung von etwa 100 Höhenmeter mit bis zu 15% zu überwinden. Für uns mit Gepäck auf den Liegerädern einfach nicht möglich. Uns bleibt nur zu schieben.
Nach kurzer Zeit ist dann auch noch der Asphalt zu Ende. Der Weg geht in einen unbefestigten Zustand über. Auch wenn die Steigung die 15% nicht mehr erreicht, fahren geht hier meistens nicht, der Untergrund ist einfach zu locker.
Nachdem wir meistens schiebend die Höhe erklommen haben, ist zwar die Steigung vorbei, aber der schlechte Zustand des Weges bleibt uns erhalten. Auf diesem Untergrund kommt man nur langsam voran. Mountainbiker mit e-Unterstützung haben auf diesem Weg ihre Freude und überholen uns auch. An einem Rastplatz steht ein Hase Pino. Die beiden Fahrer fuhren in die gleiche Richtung und wir nutzen die Möglichkeit, ein wenig zu verschnaufen, zu klönen und uns auszutauschen. Sie hatten den gleichen Weg und wir sollten sie später heute auch noch einmal wiedertreffen.
Nach der Pause ging es dann durch den Wald wieder hinunter – auch unbefestigt, so dass wir äußerst vorsichtig fahren mußten.
Als hätten wie von diesem Auf und Ab nun nicht genug, mußten wir doch gleich hinter Breternitz noch einmal steil nach oben, und uns über unbefestigte Wege aufwärts oder abwärtz kämpfen. Spass ? Das hat es uns nicht gemacht. Dieser Abschnitt zwischen Reschwitz und Eichicht ist für bepackte Radwanderer nur einschränkt zu empfehlen.
Als Alternative hätten wir vielleicht besser die im Tal verlaufende B85 nutzen sollen, um diesen Abschnitt zu fahren. Wäre sicherlicht schneller und leichter gewesen. Leider hat auch der Webrouter von Brouter dort falsche Angaben gemacht. Dort wurden die unbefestigten Abschnitte als paved ausgewiesen, was allgemein gepflastert bedeutet.
Wir sind am ersten großen Stausee dem Stausee Eichicht angekommen. Über die Staumauer geht es ans andere Ufer der Saale und weiter nach Hohenwarte.
Schon von weitem sehen wir die Rohrleitungen des Pumpspeicherwerkes Hohenwarte. Nun kann es nicht mehr weit bis nach Hohenwarte sein, wollen wir doch dort eine Pause machen.
Hohenwarte ist erreicht. 55km haben wir bisher gefahren. Wir stärken uns für die vor uns liegenden km. Leider können wir am Imbis außer Getränken keinen Kuchen oder Imbis bekommen. So nutzen wir unsere eisernen Reserven.
Und dann machen wir uns an den Aufstieg zum Stausee Hohenwarte. Wir müssen zunächste die run 75 Höhenmeter vom Kraftwerk zur Krone der Staumauer überwinden. mit 5% – 8% geht es bergan und dann sind wir oben und haben einen tollen Blick von der Staumauer. Die Autos und Häuser unten sehen fast wie Spielzeug aus.
Wir sind nun im Thüringischen Schiefergebirge, es geht nun ein Stück am Stausee entlang, Nach rund 5km verläßt dann die Straße langsam den See und es geht mächtig bergan. Die Straße ist recht eng und unübersichtlich. Es geht nun immer mit 5% – 8% Steigung bergan. Für uns heißt dass, das wir den kleinsten Gang einlegen und mit 6-10 km/h bergan kriechen. Autos, Motorräder und auch Busse müssen uns überholen. Vor Kurven müssen sie auch schon einmal hinter uns herschleichen.
Immer höher kommen wir und der See, wenn wir ihn noch einmal sehen können, wird zunehmend kleiner.
Irgendwann sind wir dann auch oben, haben rund 220 Höhenmeter in ungefähr 1 Stunde auf rund 8 km zurückgelegt. Hier oben haben wir einen tollen weiten Blick
Wir verweilen nur kurz, um uns ein wenig von der letzen Stunde zu erholen. Und dann geht es so, wie wir eben noch bergan gefahren sind, wieder hinunter. Schon 10 Minuten später sind wir wieder am Stausee in Altenroth. 220 Höhenmeter geht es wieder hinunter, dabei sind auch 2 Haarnadelkurven, und einfach laufen lassen können wir es bei 5-8% Gefälle auch nicht. Unsere Bremsen müssen ordentlich arbeiten. Aber das klappt.
In Altenroth gibt es eine Fähre über den Stausee. Es sind zwar noch die Fundamente einer Brücke vorhanden, aber die Brücke gibt es schon seit 1945 nicht mehr.
In Linkenmühle – die Fähre heißt Mühlenfähre, nun weiss ich auch warum – treffen wir die beiden Fahrer des Hase Pino wieder. Sie hatte uns bei unserem Stop in Hohenwarte vermutlich überholt und eine Fähre eher genommen. Uns erwartet nun erneut das, was wir gerad hinter uns gelassen haben. Erneut müssen wir 150 Höhenmeter hinauffahren. Auch hier erwarten und 7-10% Steigung. Erst nach rund 25 Minuten sind wir in Plaska auf einer Höhe von 448m angekommen. Nun geht es noch einmal mit bis zu 12% bergab nach Ziegenrück unserem heutigen Endpunkt der Tour.

Ziegenrück liegt am östlichen Ende des Stausees. ein kleiner Ort mit etwas mehr als 600 Einwohnern, Auch hier stehen viele Häuser leer. Als wir bei der Pension Heinke ankommen, steht vor der Tür ein Schild “Heute Ruhetag”. Wie Ruhetag ? Wir haben doch ein Zimmer reserviert. Aber es ist niemand da. Im Nachbarhaus hört der Sohn der Wirtin uns und öffnet dann. Er weiss nichts von Gästen, die heute ankommen. Seine Mutter kann er auch nicht erreichen. So warten wir, bis sich die Lage klärt. Ja, die Wirtin weiss das wir kommen. Wir sind die einzigen Gäste. Die Pension ist alt und in die Jahre gekommen. Aber wir können hier kurz unsere Wäsche waschen und trocknen.
Nach der anstrengenden Tour heute haben wir uns ein gutes Abendessen verdient, das bekommen wir in der Fernmühle beim Wasserkraftmuseum. Zum Glück können wir noch einen Tisch ergattern, denn wir haben nicht reserviert und viele Tische sind für Gäste am Abend reserviert.
Ein Spaziergang durch Ziegenrück auf der Suche nach einem Eis am Abend rundet das Programm ab. Der einzige Eisladen – an der Saale gelegen – hat heute geschlossen. Und auch sonst sind schon um 18:30 alle Bürgersteige hochgeklappt und auf der Straße ist kaum noch jemand zu sehen. Ein Eis bekommen wir heute abend nicht mehr.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 4, das Frühstück am nächsten Morgen mit der Note 3.
Tourdaten:
- Entfernung : 83km
- Durchschnitt in Bewegung : 14.4 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 7:05 Std.
- Höhenmeter : +957m, -882m

Sommertour 2022 Tag 7
Tag 7
Von Ziegenrück nach Mylau bei Reichenbach
Als wir starten wollen und die Räder aus der Garage schieben, sehe und fühle ich es schon: der Hinterreifen am Wolf von Dani ist platt. Also ist erstmal Schlauch tauschen angesagt.
Die Ursache ist schnell gefunden, Dani hatte sich einen rund 3cm langen Drahtstift eingefahren. Ein nette Nachbar hilft mit einem Kompressor aus. Entweder beschädige ich den ersten neuen Schlauch beim Zusammenbau des Rades oder der neue Schlauch hat ein Loch ab Werk. Jedenfalls hält dieser die Luft nicht und ich muss noch einen anderen Schlauch wechseln. Wie gut, dass ich in beiden benötigten Größen jeweils 2 Ersatzschläuche dabei habe. Die defekten Schläuche werde ich dann am nächsten Zielort flicken, damit wieder Ersatz zum Wechseln vorhanden ist. Nun darf nicht mehr viel passieren, dann würde die Reparatur länger dauern. Flicken dauert länger als nur tauschen. Insgesamt kostet uns das doppelte Reifenwechseln rund 30 Minuten.
Heute geht es von Ziegenrück ins Vogtland nach Mylau.

Wieder müssen zunächst einmal 150 Höhenmeter mit 7-10% hochgefahren werden. Nachdem wir uns bei Bucha ein wenig erholen konnten – ja, es ging sogar ein wenig bergab mit 12% Gefäll,
kommt gleich die nächste Steigung. Kurz vor Knau geht es noch einmal mit bis zu 10% rund 80 Meter in die Höhe. Kkurz danach haben wir dann auch den höchsten Punkt der heutigen Etappe erreicht: Das Navi meldet knapp 500 m über NN. Wenn nun einer meint, das Auf und Ab sei endlich vorbei ? Weit gefehlt. Immer wieder geht es runter und danach wieder rauf.

Vor Zeulenroda haben wir ein schöne lange Abfahrt. Mehrere km geht es mit Gefälle zwischen 2 udn 2% bergab. Wir lassen es auch mal Laufen und erreichen mühelos mehr als 50 km/h. Das Navi zeichnet “nur” 47km/h auf.
Unten angekommen sind wir dann an einer Vorsperre für die Talsperre Zeulenroda.
Aber wie das so mit den Talsperren ist, sie sind im Tal und für uns heißt das dann wieder, dass es bergauf gehen wird. Die Hügel sind zum Gück nicht mehr so steil wie heute morgen, so lassen sich die Steigungen ganz gut bewältigen.
Kurz vor Greiz geht es dann steil bergab. Mit 8 – 15% Gefälle geht es hinunter in das Tal der Weißen Elster. In Kurtschau haben wir noch eine Höhe von 351m, an der Elster sind wir dann auf einer Höhe von 264m angekommen. Greiz mit dem Fahrrad ist scheußlich. Leider müssen wir uns eine Weg entlang der B94 und B97 suchen, an der es meist keinen Radweg gibt, bis wir dann an den Radweg an der Weißen Elster gelangen.
Wir folgen der Weißen Elster nur ein kleines Stück und biegen dann in das Tal der Göltzsch ab. Der Göltzsch folgen wir nun bis nach Mylau. Imposant ist die Göltzschtalbrücke.
Mylau ist ein kleiner Ort. Früher wohnten hier mal rund 6.000 Menschen und es gab etliche Geschäfte und Cafes. Heute sind es nur noch rund 2000 Einwohner und außer dem Hotel, einem Blumenladen, einem Pizza-Lieferdienst gibt es noch einen Aldi und eine Asiatischen Imbiss. Attraktion ist die Burg, die auf einem Berg oberhalb des Ortes thront.
Nachdem wir geduscht sind, beim Aldi eingekauft haben und beim Asia-Imbiss uns ein Essen “auf die Faust” haben geben lassen und es auf einer Bank im Park verspeist haben machen wir eine kleine Burgtour. Rauf auf den Berg, einmal um die Burg rum, kurz noch in den Innenhof, denn die Türen werden schon geschlossen, mehr ist nicht drin.
Eigentlich wollten wir noch gerne irgendwo sitzen, ein Getränk zu uns nehmen oder ein Eis essen. Aber auch die einzige verbliebene Eisdiele in Mylau hat seit einigen Wochen geschlossen. Und auch im Hotel mangelt es an Personal, das Restaurant und die kleine Eisdiele zu betreiben.
Im Vergleich zu gestern haben wir heute auf der kürzeren Strecke sogar mehr Höhenmeter auf 100km gefahren als gestern. Gestern 11.6 m/km, heute 12.9 m/km. Wir sind froh, heute am Ziel zu sein und so hatten wir auch noch ein wenig Zeit für Mylau.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 2, das Frühstück am nächsten Morgen mit der Note 2.
Tourdaten:
- Entfernung : 62km
- Durchschnitt in Bewegung : 14.8 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 4:46 Std.
- Höhenmeter : +802m, -804m

Sommertour 2022 Tag 8
Tag 8
Von Mylau im Vogtland nach Schneeberg/Aue im Erzgebirge
Wir haben uns entschieden, heute die kurze Variante zu fahren. Für heute hatte ich 2 unterschiedlcich Touren ausgearbeitet: Die langeTour mit rund 100km hätte zu lange gedauert, soll doch am Nachmittag Regen aufkommen. Sie wäre vermutlich sehr interessant geworden: Wir wären von Mylau aus entlang der Göltzsch entlang bis zur Talsperre Muldenberg bei Falkenberg im Vogtland gefahren. Dort hätten wir eine Höhe von rund 700 m NN erreicht. Von dort wären wir dem Verlauf der Zwickauer Mulde bis ins Erzgebirge nach Aue gefolgt.
Aber aufgrund der undurchsichtigen Wetterprognose – die diesmal stimmen wird – entscheiden wir uns für die kürzere Strecke und erreichen so den höchsten Punkt unserer Tour an der Grenze von Vogtland und Erzgebirge mit knapp 600 m NN.

Ab Obercrinitz geht es dann etliche Male runter und wieder rauf, hügelig ist es hier und mehrmals schwankt unsere Höhe zwischen 450 und 520 m NN. Steigung und Gefälle sind moderat so um die 4%.
Vor Bärenwalde und danach geht es dann noch einmal richtig zur Sache. Zunächst sausen wir mit 35-38 km/h im Ort hinunter, danach müssen wir aber leider noch mal rund 130 Höhenmeter mit bis zu 12% hochfahren.
Die Steigung setzt sich durch den anschließenden Wald, den Hartmannsdorfer Forts mit 4-5% Steigung fort. Auf dem festen Waldweg läßt sich das aber gut fahren.
Und dann sind wir oben auf 572m NN. Genau an der Kreisgrenze von Vogtland und Erzgebirge haben wir diese Höhe erreicht. Wie so üblich sind die Wege an den Grenzen zweier Verwaltungsbezirke oder Kreise nur selten gut. So auch hier: kaum geht es leicht bergab haben wir statt des feinen Gravel groben Schotter unter den Reifen.
Je weiter wir uns von der Kreisgrenze entfernen, um so besser werden die Straßen, das Gefälle nimmt dann auch wieder zu. Mit bis zu 7% Gefälle, da kommt Freude auf, denn zu Anfang sind die Straßen noch leer und wir können es rollen lassen. Das Tacho zeigt häufig zwischen 35 und über 40 km/h an.
Doch schnell kommen erste Häuser in Sicht, und wir können es nicht mehr so schön laufen lassen. Als dann am Straßenrand noch Baustellen auftauchen und Fahrzeuge uns entgegen kommen, da müssen wir doch häufiger die Bremsen benutzen. Als wir die Bundesstraße B169 erreichen ist es dann mit dem Fahren fast vorbei. Kein Radweg, die Bundesstraße stark mit LKW befahren. Wir bummeln gemütlich auf dem Gehweg entlang.
Das Huthaus in Schneeberg ist schnell gefunden. Wie bekommen das kleinere der beiden vorhandenen Zimmer, eigentlich sind es zwei Zimmer mit einem Bad auf der anderen Gangseite – nur für uns. Das große Zimmer habe ein eigenes Bad erklärt uns die Wirtin. Nach der notwendigen Dusche können wir im Biergarten noch Mittag essen.
Wir sind heute recht früh am Zielort. Hier soll es auch ein Bergwerk geben, das man besichtigen kann. Leider – so stellt sich heraus – ist das nur am Samstag um 10:00 und um 15:00 Uhr zu besichtigen und heute ist Donnerstag, dann eben nicht.
Wir vertreiben uns die Zeit im nahen Kurpark, schauen ein zeitlang dem Rehen und Hirschen im Wildgatter mit den Kitzen zu, erkunden den Wasserfall – na ja….
Und dann gegen 16:00 Uhr kommt doch tatsächlich der angekündigte Regen. Da sind wir schon wieder im Huthaus, entspannen im Zimmer und schreiben Notizen und emails. Auf der großen Tour wären wir sicherlich noch unterwegs und damit nass geworden. Einfach mal ein chilliger Nachmittag, und wir können gut entspannen.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 1, das Frühstück mit der Note 2+.
Tourdaten:
- Entfernung : 38km
- Durchschnitt in Bewegung : 14.5 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 3:00 Std.
- Höhenmeter : +476m, -381m

Sommertour 2022 Tag 9
Tag 9
Von Schneeberg/Aue nach Colditz
Von nun an geht es überwiegend bergab. Folgt man einem Fluss von der Quelle zur Mündung, so fließt zumindest das Wasser immer hinuter. Das dieses Prinzip für Radwege an Flüssen nicht immer gelten muss, beweist uns heute die Zwickauer Mulde.

So haben wir drei kräftige Anstiege bei Langenbach (14%), bei Silberstaße (unbefestigt, 5-7%) und mehrere kleinere Anstiege vor uns, bevor es bei Zwickau entpannter wird.
Unterwegs kommen wir in Weißenbach an eine Baustelle. Unser Track geht genau hindurch, eine Umleitung nicht zu sehen. Dann müssen wir da halt irgendwie durch. Viel los ist auf der Baustelle nicht, also fahren wir langsam hindurch, doch dann kommt uns ein Bagger entgegen. Er muss schon auf der engen Staße aufpassen, nicht an zu ecken. Uns bleibt nur, die Baustellenabsicherung herauszunehmen und uns dann dort reinzuquetschen. Es paßt grade eben so.
Kurze Zeit später haben wir dann die Steigung in Silberstraße; ein unbfestigter Weg führt steil bergan. Für uns bedeutet das, dass wir schieben müssen. Fahrbar ist das für uns nicht.
In der Nähe von Cainsdorf wird der Mulderadweg verwirrend geführt. Wir fahren parallel zu den Bahngleisen auf der linken Seite. Und irgendwie registrieren wir nicht, dass der Track die Gleise kreuzt, um danach auf der anderen Bahnseite weiterzugehen. Wir folgen der Straße, fahren auf ein Betriebsgelände um dann kurz danach vor einem Zaun zu stehen. Auch die Navis haben nun mitbekommen, dass wir falsch sind. Also zurück zum Bahnübergang. Über den Bahnübergang okay und dann ? die Mulde queren sollen wir nicht, aber links ist nur der Bahnhof. Die Route verläuft hier doch tatsächlich über den Bahnsteig.
Ab hier geht der Mulderadweg einmal durch Zwickau und Vororte entlang der Mulde – entspanntes Radln auf feinem Gravel oder Asphalt.
Doch ab Niederwinkel ist es mit dem einfachem Fahren an der Mulde wieder vorbei. Häufig führt der Weg nun auf unbefestigen schmalen Waldwegen bergauf und bergab.
In Penig machen wir Mittagspause im Rollmops. Wir sind die letzten Mittagsgäste. Es dauert lange bis unser Fisch endlich serviert wird. Nach uns wir der Rollmops dann bis Abends geschlossen.
Immer wieder gilt es steile kurze Anstiege hochzufahren, meistens so mit kanpp unter 10%. genauso geht es dann auch wieder hinunter. Kurz hinter dem Ort Penig sind wir dann fast in Amerika.
Und Amerika beschert uns noch mal eine kräftige Steigung – 60 Höhenmeter mit 12% Steigung zum Teil unbefestigt.
Und so schnell wir nach Amerika gekomme sind, sind wir auch wieder raus. Kaum sind wir oben angekommen ist Amerika schon wieder vorbei – keine Freiheitsstatue, kein Great Canyon….
Vor Lunzenau können wir dann eine Abfahrt mit 14% genießen und fahren wieder zurück auf das Niveau der Mulde.
Ein paar km können wir nun an der Mulde entlangfahren. Der Weg ist gut und gut kommen wir nun voran und bei Untergöhren unterqueren wir das Göhrener Viadukt der Bahnline nach Chemnitz.
Auch dieser recht schöne aber nur kurze Abschnitt hat bei Wechselburg wieder sein Ende, gilt es noch einmal im kleinsten Gang die Steigung von 10% und 50 Höhenmeter zu überwinden. Wir sind durch die vielen anstrengenden Steigungen langsam müde geworden und die Beine wollen nicht mehr so richtig.
Bei Rochlitz fahren wir über eine alte Bahnbrücke der Muldentalbahn ein wenig abenteuerlich über die Mulde. Die Bahnlinie ist nicht mehr in Benutzung, genauso wie die alten Bahnanlagen in Rochnitz mit Lockschuppen und Drehscheibe. Auf der Muldentalbahn verkehrt nur noch unregelmäßig einige Museumszüge. Die Strecke würde isch auch gut für einen Bahnradweg anbieten, der das Radeln einfacher und angenehmer gestaltet. Auf der ganzen heutigen Etappe haben wir keine weiteren Radreisenden mit Gepäck gesehen. Dafür ist die Strecke auch wirklich nicht gut geeignet.
Wir wollen nur noch am Zielort ankommen, die letzten kleineren Steigungen quälen wir uns rauf und rollern nur noch runter. Viel geht nicht mehr. Die Pension “Am Albertberg” liegt gleich am Ortseingang. Uns erwartet ein herzlicher Empfang und ein Flasche kalte Selter. Die Räder können in der Garage untergestellt werden und man kann den Garten und die dortigen Sitzmöbel nutzen. Uns ist erstmal nach einer Dusche. Unser Zimmer in dem alten Haus ist großzügig und sehr sauber. Nachdem wir geduscht sind, machen wir uns auf in die Altstadt von Colditz.
Auch wenn es heute überwiegend bergab gegangen ist, hat uns doch die heutige Etappe etliches abverlangt. Vielleicht waren es nicht nur die vielen Anstiege sondern auch die steigenden Tagestemperaturen, die uns gefordert haben. Die Sonne war heute schön akiv und es war schon um 24 °C warm. Ein entspanntes Radreisen ins auf diesem Abschnitt des Mulderadwegs nicht ohne weiteres möglich. Dies Bestätigen auch die Wirtzleute, die von etlichen kurzfristigen Stornierungen zu berichten wissen, bei denen Gäste in Wechselburg die Etappe abgebrochen haben.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 3+ , das Frühstück mit der Note 2 (wir können für kleines Geld zusätzliche Leistungen wie Obst/Joghurt hinzubuchen und so das einfache Basis-Frühstück (5€) aufpeppen)
Tourdaten:
- Entfernung : 101km
- Durchschnitt in Bewegung : 16.0 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 7:40 Std.
- Höhenmeter : +811m, -964m

Sommertour 2022 Tag 10
Tag 10
Von Colditz nach Bitterfeld
Nach einem ausgedehnten Frühstück und nachdem wir den Luftdruck in den Reifen der beiden Wölfe überprüft haben, machen wir uns von Colditz aus auf die Fahrt Richtung Noden. Der Himmel ist zwar noch bedeckt, aber das wird sich im Laufe des Tages ändern.

Der Radweg ist abwechslungsreich und gut zu fahren. Meistens asphaltiert, abschnittsweise auch mal mit feinen Gravel. Es scheint mir, dies sei früher mal ein Bahndamm gewesen
In Grimma queren wir dann die Mulde und tatsächlich fahren wir nun für gut 15 km auf einer ehemaligen Bahntrasse. Zunächst dicht an die Mulde gedränkt,
dann auch mal weiter entfernt fahren wir vorbei an kleinen Ortschaften Döben, Gölzern, Nerchau, Neichen. Das Wetter zieht sich zu und vereinzelt beginnt es zu tröpfeln. Wir fahren an zwei Pedelec’er, die sich für das Anziehen von Regenjacken entschieden haben vorbei. Auf der Bahntrasse können sie uns nicht einholen.
Erst als wir den Bahndamm verlassen müssen und es kleinere Steigungen gibt, schließen sie zu uns auf und überholen uns dann auch alsbald. In Wurzen verlieren wir sie aus den Augen. Wir fahren mitten durch die kleine Stadt.
Hinter Wurzen reißt dann der Himmel auf, die dunklen Wolken verschwinden und machen einem Wechsel von blauen Himmel mit weißen Wolken Platz. Weit und breit finden wir keinen schönen Ort zum Pause machen. So machen wir eine Pause auf dem Radweg bei Nischwitz. Und dann kommen die beiden Pedelecfahrer wieder an uns vorbei. Sie haben noch die Regenjacken an.
Als wir wieder losfahren ist der Radweg leer, weit und breit niemand zu sehen. Und plötzlich auf einmal tauchen vor uns zwei Radfahrer links auf – die waren eben doch noch nicht da !! Wo sind die denn hergekommen ? Es waren wieder die beiden Radler, die sich eben außerhalb unseres Sichtfelds ihrer Jacken entledigt haben. Bis nach Thallwitz fahren wir noch hinter ihnen her. Dortverlieren wir sie dann endgültig.
Bei Gruna bringt uns dann eine kleine Seilfähre auf die andere Seite der Mulde. Der Fährmann muß mit Hand anlegen und die Fähre am Seil hinüberziehen, denn der Wind drückt die kleine Fähre immer wieder in eine ungünstige Lage so dass sie nicht von der Strömung hinübergetrieben werden kann. Heute ist der Wind recht stark geworden und kommt aus Nordwest.
Über Oberglaucha und Niederglaucha fahren wir nun nach Bad Düben. Hier wollen wir gerne eine Mittagspause enlegen. Obwohl es erst kurz nach 14 Uhr ist, ist die Stadt erschreckend leer. Im Eiscafe, das wir in der Nähe des Rathauses finden sitzen einige Gäste, aber sonst ist kaum jemand auf den Straßen. Wir fahren ein wenig durch die Stadt, um einen Italiener oder Asia-Imbiss zu finden. Am Paradeplatz werden wir fündig, aber auch hier ist nicht viel los.
Von Bad Düben aus fahren wir nun entlang des Muldedeiches. Der Weg ist mal mit feinem Schotter belegt udn dann sehr wellig.
oder es sind noch die alten Lochplatten aus Beton vorhanden, in der Mitte dann grober Schotter.
Insgesamt sind es rund 10km Strecke, auf denen sich der Mulderadweg so präsentiert und das Fahren mit Gepäck macht auf diesem Untergrund nicht wirklich Spass. Erst ab Löbnitz wird die Strecke wieder besser.
Und schon bald erreichen wir den großen Goitzschesee bei Pouch. Um an unser heutiges Ziel zu kommen müssen wir den See noch halb umfahren. Ein gut ausgebauter Radweg führt am See entlang. Stellenweise sind Badebuchten, stellenweise ist das Baden und Betreten des Ufers verboten. Vor der Flutung des Sees war der Bereich ein Kohletagebau.
Unser nächstes Ziel ist der Pegelturm am Goitzschesee. Am Ende einer Seebrücke ragt er in den Himmel und man kann sogar hinaufsteigen – sogar kostenlos – und hat einen tollen Blick über den See.
Außen an der Treppe ist nur ein Sicherheitsnetz, die Treppenstufen sind nur am Turm befestigt. Es kostet schon ein wenig Überwindung bei dem vorhandenen Wind die 144 Stufen zu erklimmen. Oben in 26m Höhe weht uns der Wind dann auch ordentlich um die Nase.
Für die Nacht haben wir auf dem Campingplatz ein Fass gemietet. Im klassischen Sinne ist es kein Faß, denn komplett rund ist es nicht. Dafür hat es sogar eine Toilette und ein Waschbecken. Nur zum duschen müssen wir die Sanitäranlagen des Platzes nutzen.
Unsere Hoffnung auf ein Eis am See wird heute nicht erfüllt. Nach 18:00 Uhr sind nur noch wenige Bars am See geöffnet, die aber kein Eis verkaufen.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 2, Frühstück gibt es hier auf dem Campingplatz nicht
Tourdaten:
- Entfernung : 97km
- Durchschnitt in Bewegung : 17.5 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 7:13 Std.
- Höhenmeter : +281, -357m

Sommertour 2022 Tag 11
Tag 11
Von Bitterfeld nach Torgau
Nach einer sehr guten Nacht in unserem Fass fahren wir ins Zentrum von Bitterfeld. Hier soll es eine Bäckerei geben, die auch am Sonntag geöffnet hat und auch ein Frühstück anbietet. Nach den Erfahrungen in Bernburg am Tag 4 sind wir vorsichtig geworden. Aber tatsächlich die Bäckerei “Schäfers Brot und Kuchen” ist geöffnet und es gibt auch Frühstück. Also frühstücken wir hier.
So gestärkt gehen wir dann auf unsere unsere heutige Etappe. Wir folgen nicht mehr weiter der Mulde, denn wir haben ein familiäres Treffen übermorgen in Luckenau. In einem großen nördlichen Bogen fahren wir bei strahlend blauem HImmel nach Torgau an der Elbe. Heute sind Temperaturen von bis zu 30°C für Torgau angesagt.

Bei Zschornewitz stand einst das größte Braunkohlekarftwerk der Welt. Heute zeugen nur noch die langen Fernwärmeleitungen von dem einstigen Kraftwerk und die typischen Bergwerkssiedlung davon. Kilometerweit fahren wir auf kleinen meist unbefestigten Wegen neben diesen gigantischen Rohrleitungen. Offiziell sind wir auf dem Radweg “Kohle Dampf Licht Seen”. Kohle und Dampf haben wir schon gesehen, oder vielmehr was davon übrig ist. Aber auch wenn der Radweg an die ehemaligen Tagebaugruben herankommt, so ist der heutige See abgesperrt und mit Zaun gesichtert als wir an den Gremminer See kommen sehen wir am Horizont die großen Kohlebagger des ehemaligen Tagebaus.
Kurz zuvor haben wir die 1000 km voll gemacht und fangen nun wieder neu an die km zu zählen.
Unsere Mittagspause machen wir – wie sollte es anders sein an einem gefluteten Tagebauloch: dem Bergwitzsee.
Schon seit dem Gremminer See fahren wir auf dem gemeinsamen Verlauf von D3, EV2, Radweg Deutsche Einheit und dem Radweg Berlin-Leipzig. Das hat auch viel Spass gemacht, war der Weg in einem guten bis sehrgutem Zustand. Als wir aber bei Klitzschena rechts abbiegen erwartet uns ein unbefestigter Weg mit grobem Schotter.
Ja, auch auf so wichtigen Radwegen erlebt man hin und wieder “nette” Überraschungen.
Es ist schon recht warm geworden, als wir bei Trebitz/Bösewig dann die Elbe erreichen. Na Ja, es ist die “Alte Elbe Bösewig”, die eigentliche Elbe sehen wir nicht. Wir folgen nun dem Elberadweg über Pretzsch,
Priesitz, machen einen Abstecher an den großen Lausiger Teich – könnte man sich auch sparen – um dann bei Dommitsch erneut an die Elbe zu kommen.
Alles nicht besonders aufregend aber meistens gut zu fahren. Und kurz danach kommen wir dann in Torgau an. Der Elbe-Radweg ist gesperrt, wir verlieren irgendwann die Umleitung, kommen an der Landesgartenschau vorbei und navigieren uns zu unserer heutigen Unterkunft. Es ist erst früher Nachmittag und wir nutzen den Nachmittag für einen ausgiebigen Streifzug durch die Stadt, das Schloss und essen bei Il Calabrese im Schatten im Biergarten. Die Innenstadt ist stark von Touristen bevölkert, vermutlich auch eine Folge der Gartenschau. Die angesagten 30°C sind längst übertroffen worden.
Auch ein Abstecher an die Elbe zeigt uns, wo 1945 das geschichtsbedeutende Foto entstand: Heute erinnert nur noch ein Schild an diese Zeit, denn die alte Brücke aus Kaisers Zeiten wurde nach der Wiedervereinigung abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 2+, das durchschnittliche Frühstück mit der Note 3.
Tourdaten:
- Entfernung : 94km
- Durchschnitt in Bewegung : 18.9 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 5:45 Std.
- Höhenmeter : +269m, -221m

Sommertour 2022 Tag 12
Tag 12
Von Torgau nach Luckenwalde
Heute geht von Torgau zunächst an die Elster – die schwarze Elster, die nördlich und östlich der Elbe fließt und auf den Radweg der Tour Brandenburg.

Zunächst befahren wir den Radweg “Historische Städte 5” in Brandenburg. Abseits der großen Straßen fahren wir durch Felder und Wälder. Kurz vor Rehfeld kommen wir an eine Bahnlinie. Die Schranken sind geschlossen. Ein sportlicher Mensch mit nordic walking Stöcken umgeht die Schranken. Müssen wir da auch bei geschlossener Schranke über die Gleise ? gibt es irgendwo einen Knopf, den man drücken muss, damit irgendwo jemand die Schranke öffnet ? Und dann schaut aus dem alten Bahnwärterhäuschen ein Kopf heraus und die Schranken werden für uns geöffnet.
So was gibt es noch, dass ein Schrankenwärter in einem einsam gelegenen alten Schrankenwärterhaus Dienst tun muss.
In Falkenberg – genauer in Uebigau – kaufen wir das, was wir für eine Pause benötigen und erstehen Beim Bäcker noch zwei belegte Brötchen.
Ich dachte immer München würde an der Isar liegen, aber hier ist der Beweis, dass München an der Elster liegt.
Dann kommen wir auf den Radweg der Tour Brandenburg. Entlang der Schwarzen Elster, die hier mehr ein Kanal als ein Fluss ist, geht es nun Richtung Norden. Der Wind hat gegenüber gestern merklich nachgelassen und wird im Laufe des Tages ganz einschlafen. Ideales Radelwetter.
Als die Strecke in einen geschotterten Weg übergeht, entscheiden wir uns von der Strecke ab zu weichen und fahren auf der nahezu parallel verlaufenden Straße weiter nach Herzberg. In Herzberg sehen wir dann auch mal wieder die DDR-Plattenbauten – hier das sanierte Modell.
Auf einem Schild sehen wir den Hinweis für einen Badesee. Das hebt die Laune, haben wir doch die Change auf einen schönen Platz für eine Pause. Noch 5.4km das ist zu schaffen.
Doch der See ist dann doch nur ein kleiner Weiher oder Dorfteich, zudem eingezäunt und das Tor verschlossen. Für eine nette Pause eher ungeeignet und so wird aus der Pause nur ein Stehimbiss
Die Radwege der Tour Brandenburg zwischen Herzberg und Luckenwalde sind in einem ausgesprochen gutem Zustand; glatter Belag, teilweise sind es sogar holländische Verhältnisse : Neben dem Radweg ist noch der alte Wirtschaftsweg vorhanden. Trecker und andere Fahrzeuge können so neben dem Radweg zu den Feldern kommen.
Bei Petkus steht ein Hinweisschild auf ein starkes Gefälle. Na mal schauen, was da auf uns zukommt.
Und tatsächlich es geht bergab, viel mehr als 4% Gefälle ist das aber nicht, meistens sogar weniger, Wir erreichen rollenderweise grad mal 40 km/h. Das ist nichts im Vergleich zu den 14% die wir in den vergangenen Tage durchfahren haben.
Fast bis nach Luckenwalde können wir so mit leichtem Gefälle zügig dahinfahren.
Als wir am LindenCafe ankommen ist es noch geschlossen – es öffnet erst um 16:30 und wir sind schon um kurz nach 3Uhr angekommen. Wir stellen die Räder ab, gehen einkaufen, essen einen Teil der gekauften Lebensmittel gleich wieder auf und warten. Pünktlich kommt eine Mitarbeiterin und gibt uns einen Zimmerschlüssel – Wir haben ein schönes Zimmer unter dem Dach, in dem es noch kühl ist, aber die Sonne beginnt schon in das Fenster zu scheinen.
Wir treffen noch Micha mit Familie, gehen Eisessen – hier bekommt man die Kugel für 1.50€, aber die Bedienung füllt den Portionierer jeweils 2mal. Also ein Rieseneis für 3€.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 3, das Frühstück mit der Note 3.
Tourdaten:
- Entfernung : 109km
- Durchschnitt in Bewegung : 19.9 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 6:00 Std.
- Höhenmeter : +236m, -270m

Sommertour 2022 Tag 13
Tag 13
Hitzeschlacht von Luckenwalde nach Plaue
Heute soll es richtig heiß werden. Wir haben die Wirtin gestern schon überredet, dass wir gerne um 7:30 Uhr schon frühstücken möchten. Etwas widerwillig hatte sie dann doch eingewilligt. Eigentlich wollten wir heute dem Verlauf der Tour Brandenburg folgen. Aufgrund der anstehenden Hitz von 35°C haben wir umgeplant und fahren eine etwas kürzere Strecke und nutzen zu Beginn den Radweg “Historische Städte 4”, bis wir dann bei Borkenheide wieder auf die Tour Brandenburg einbiegen.

Ganz so gut wie gestern kann sich der Radweg “Historische Städte 4″heute zwar nicht präsentieren, aber dennoch ist er in einem ausgezeichneten Zustand. Über Zülchendorf und Dobbrikow und andere kleine Dörfer kommen wir nach Rieben. Im Ort ist schon viel Kopfsteinpflaster, der Radweg geht dann am Ortsausgang in einen unbefestigten Sandweg über. Wie drehen um und nutzen stattdessen die Landstraße.
Bei Beelitz haben wir die Möglichkeit unsere Vorräte aufzufrischen, eine Buttermilch muss sofort getrunken werden. Ah tut das gut.
Kurz hinter Beelitz kommen wir wieder auf die gemeinsame Führung von Radweg Deutsche Einheit, EV7, EV2 und D3.
Nachdem wir den Stadtrand von Brandenburg an der Havel gemeistert haben – die Führung des Radverkehrs kann hier sicher verbessert werden – fahren wir einen wunderschönen Weg am Ufer des Breitlingsees, des Moserscher Sees bis nach Plaue.
Bevor wir zum Hotel fahren, nutzen wir den am Wegesrand liegenden Rewe Markt für eine Abkühlung. Draußen ist es mit 35 oder 36°C dermaßen heiss, dass wir uns eigentlich nicht mehr groß bewegen wollen. Innen im klimatisierten Markt erstehen wir gekühlte Getränke und beim Bäcker im Kassenbereich etwas Kuchen. Eine gute Stunde verbringen wir so und kühlen langsam auf Normaltemperatur ab. Da das Hotel immer noch nicht geöffnet hat, machen wir noch einen Abstecher in den Schlosspark von Plaue. Sitzen dort im Schatten auf einer Bank am Schloss und schauen dem Schiffsverkehr auf der Havel zu.
Nach dem Einchecken mache ich mich daran, das Loch im Hinterrad zu finden und zu flicken. In der Tordurchfahrt des Hotels ist es schattig und von den Temperaturen her erträglich. Ich finden ein Stück von einem Kirschkern, der sich wohl langsam durch den Mantel gearbeitet hat. Gestern standen am Wegesrand etliche Kirschbäume und vermutlich habe ich mir den dort eingefahren. Der Übeltäter ist gefunden und entfernt, das Loch geflickt und alles wieder zusammengebaut.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 3, das Frühstück mit der Note 3.
Tourdaten:
- Entfernung : 101km
- Durchschnitt in Bewegung : 19.0 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 5:20 Std.
- Höhenmeter : +275m, -286m

Sommertour 2022 Tag 14
Tag 14
Hitzeschlacht 2 von Plaue nach Werben
Heute soll es noch heißer als gestern werden. Es sind Temperaturen von bis zu 39°C angesagt. In Werben wird unser Gastgeber sogar etwas über 40°C messen.
Wir planen um; anstatt weiter dem Radweg Tour Brandenburg nach Havelberg zu folgen wählen wir eine kürzere Strecke und sparen so rund 20 km oder eine Stunde Fahrtzeit. Ebenso legen wir unsere Abfahrt wieder so früh wie möglich und planen schon am Abend vorher, wo wir unterwegs unsere Vorräte wieder auffüllen könnten. Das ist aber bei der Strecke diesmal schwierig, lassen wir doch die größeren Ortschaften meist links oder rechts liegen. In Havelsee kurz nach dem Start gibt es einen Supermarkt und dann erst wieder in Schollene gibt es einen kleinen Laden, von den Ortsansässigen liebevoll “unser Konsum” genannt.

Ab Premnitz folgen wir dann mehr oder weniger dem Havelradweg, lassen aber die vielen kleinen Schleifen aus und bleiben dann immer auf der Landstraße. Rathenow lassen wir rechts liegen (Himmelfahrtstour 2018) und dann wird es für die nächsten 10-15 km recht einsam. Links und rechts sind Truppenübungsplätze, erst in Neu-Schollene wird es wieder bewohnt, und in Schollene suchen wir den “Konsum” auf. Auch in der Richtung weiter nach Havelberg ist dies die einzige für Radfahrer günstig gelegene Einkaufsmöglichkeit und so treffen wir auch auf viele weitere Radler: Zwei Damen mit Pedelecs, ein junger Mann mit Rennrad, eine Dreiergruppe. Im Schatten sitzend wird getrunken, gegessen und ein wenig gequatscht. Plötzlich nähert sich von Ferne ein Grummeln, das immer lauter wird und als ein Bergepanzer durch den Ort fährt, versteht man sein eigenes Wort nicht mehr.
Heute weht der Wind leicht aus Süd-Ost und dadurch wird das Treten leichter. Mit 25km/h manchmal auch mehr fahren wir über Molkenberg, Kamern und Wulkau nach Sandau an der Elbe. Die Sonne brennt schon vom Himmel, es wird immer wärmer. Das ganze Land döst in der Sonne. Es ist Mittag geworden.
Wir nehmen die Fähre bei Sandau und queren die Elbe. Auch wenn es noch nicht dramatisch ist, erste Sandbänke schauen im Uferbereich aus dem Wasser. Mitlerweile ist es 12:30 Uhr geworden und immer noch wird es wärmer. Für uns ist es schon lange warm genug.
Durch die Hitze fahren wir die letzten 16 km bis nach Werben. Kaufen beim örtlichen Supermarkt kurz noch ein und fahren dann zu unserer Unterkunft. Freundlich werden wir von unserem Gastgeber im “Roten Adler” empfangen und erhalten nach Art des Hauses eine kalte Holunderbeerschorle. Werben in der Hitze wirkt noch ausgestorbener. Fast niemand auf den Straßen, alle haben sich vermutlich in den Schatten geflüchtet.
Ich nutze den langen Nachmittag für einen ausgedehnten Stadtrundgang. Zunächst suche ich die alte Kirche aus der Zeit der Hanse auf. Drinnen erinnert mich alles an die großen Kirchen in den Hansestädten Lübeck und Wismar.
Für den kleinen Ort Werben ist die Kirche eigentlich viel zu groß. Aber sie zeigt, dass es früher hier ganz anders gewesen sein muss. Nach der DDR-Zeit wurde schon viel an der Kirche instand gesetzt und restauriert.
Überall in Werben stehen viele Häuser leer. Verfall liegt dich neben schon restaurierten alten Häusern. Mehr als 50% aller Häuser stehen leer. Viele scheinen schon seit Jahren unbewohnt zu sein und manche sind einfach dem Verfall überlassen worden.
Gegen 17:00 Uhr und nach 20:00 Uhr kommen noch zwei weitere Radreisende im Roten Adler an. Wir sind froh, dass wir nicht bei 38-40°C lange unterwegs sein mußten. Sie berichten von einer hitzebedingt anstrengenden Fahrt.
Abendeindruck aus Werben
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 2-3, das Frühstück mit der Note 2-. Der Preis für die Übernachtung war aber der niedrigste auf der Tour und so stimmt das Preis-Leistungsverhältnis hier am Besten.
Tourdaten:
- Entfernung : 83km
- Durchschnitt in Bewegung : 20.3 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 5:00 Std.
- Höhenmeter : +168m, -159m

Sommertour 2022 Tag 15 und 16
Tag 15 und Tag 16
Von Werben über Hitzacker nach Geesthacht
Die letzen 2 Tage fasse ich hier in einem Bericht zusammen. Viel zu berichten gibt es nicht, fahren wir doch an der Elbe entlang, eine Strecke, die wir schon mehrere Male gefahren sind.

Viel zu berichten gibt es nicht von dieser Tour. In der Nacht hat es sich nicht wirklich abgekühlt. Der angekündigte Regen ist nicht gekommen, aber dicke graue Wolken hängen über uns, hin und wieder fallen auch mal ein paar Tröpfchen, die aber kaum auf dem Boden ankommen. Es wird zwar heute nicht ganz so heiß, die vielen Wolken hindern die Sonne dran, aber über 30°C schaffen wir auch heute. Wir fahren nun einfach nach Hause. Die 81km bis Hitzacker absolvieren wir in rund 5 Stunden.
Unsere Unterkunft “zum Kaffeehändler” hat gute Kritiken bekommen. Daher haben wir die Ferienwohnung genommen. Dass wir kein Frühstück in der Unterkunft bekommen ist bei einer Ferienwohnung verständlich. Aber was wir da als Ferienwohnung bekommen haben, entsprach weder der Berertung bei Booking als unseren Erwartungen. Viele Dinge waren defekt: Fenster ließen sich nicht richtig öffnen oder schließen, die Dusche nur mühsam für Menschen größe als 1.5m nutzbar machen, die Toilette stoppte den Wasserfluss nicht alleine, im Garten lagen noch die Reste der letzten Baumaßnahmen herum …..
Hitzacker hatten wir auch irgendwie belbter interessanter in Erinnerung. Viel los war nicht, Radtouristen ? Nur einige wenige. Die ortsansässige Bäckerei scheint schon einige Zeit geschlossen zu sein. Gastronomie ? wenn, dann teuer und nobel? Wir haben es nicht ausprobiert. Die einzige Eisdiele hat auf Selbstbedienung umgestellt und macht schon um 18:00 Uhr zu.
Auf der Suche nach einer Bäckerei fahre ich die lokalen Supermärkte an. Rewe hat zwar einen Bäcker mit im Laden, aber frühstücken kann man hier nicht. Auf Nachfrage, ob und wann es belegte Brötchen gäbe, erhalte ich eine ausweichende unklare Antwort. Also besser hier nicht. Netto und Lidl – da gibt es keinen Bäcker. Auch ein Anwohner kann weiß keine Möglichkeit in Hitzacker einfach zu Frühstücken.
Okay, dann muss eben eine Altenative her. Google is your friend, wir finden eine Bäckerei in Neuhaus auf der anderen Elbseite, die ein entsprechendes Angebot hat, die kleine (teure) Fähre Hitzacker fährt ab 9:00 Uhr ok, das kriegen wir hin.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 4,
Tourdaten:
- Entfernung : 81.5 km
- Durchschnitt in Bewegung : 19.7 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 5:14 Std.
- Höhenmeter : +129m, -125m

Tag 16 von Hitzacker nach Geesthacht.
Schon früh sind wir auf. Das Wetter hat sich abgekühlt, in der Nacht sogar ein klein wenig geregnet. Wir essen die letzten Reserven, Ochsenaugen, Müsliriegel, Obst, um die ersten km bis zum Bäcker in Neuhaus zu schaffen.

Nach all den warmen Tagen, in denen wir kurzärmlig starten konnten, ist es so kühl, dass wir wärmere Kleidung anziehen müssen. Die rund 20 km bis Neuhaus sind schnell gefahren. Die Bäckerei Ickert serviert uns ein leckere Frühstück.
Die letzten 60 km vergehen schneller als geplant und wir sind nach 1552km wieder in Geesthacht.

Sommertour 2022 Zusammenfassung
Sommertour 2022 Zusammenfassung
Die Tour in der Übersichtskarte
Daten am Ende der Tour
Gesamtstrecke : 1552 km
Fahrtage : 16 Tage, Gesamtzeit im Sattel bzw. auf der Liege 82:37 Std und einem Gesamtdurchschnitt von 18.7 km/h (gemessen mit dem Sigma) alle anderen Daten waren aus dem GPS entnommen und damit waren wir geringfügig schneller als bei der Herbsttour 2021.
Beste Unterkünfte : Heinrichs Pension, Walternienburg, Huthaus, Schneeberg, und Pension Roter Adler, Werben
Schlechteste Unterkunft : Zum Kaffeehändler, Hitzacker
Tagesetappen zwischen 40 km und 126 km
Höchster Punkt : Kreisgrenze zwischen Erzgebirgskreis und Vogtland, 573 m ü.NN
Steilste Steigung : Saaleradweg Hohenwartestausee, Passagen am Mulderadweg.
Resume:
- An der Elbe und an der unteren Saale sehr leicht zu fahren.
- Mittlere Saale anspruchsvoll, abschnittsweise würde ich auf die Bundes- oder Landstraßen ausweichen (Saalfeld-Eichicht).
- Ab Hohenwarte sehr anspruchsvoll
- Vogtland sehr hügelig und daher anstrengend, keine Radwege, aber nur wenig PKW-/LKW-Verkehr auf den Straßen.
- Mulderadweg in einigen Abschnitten nur etwas für trainierte Fahrer. Viele kleine aber sehr steile Anstiege bis zu 14% (teilweise mehr)
- Tour Brandenburg leicht – gut zu fahren
Insgesamt waren in den beiden Wochen nur wenige Radreisende unterwegs. An Elbe und Saale sind uns nur wenige begegnet, an der Mulde gar keine.
Pannen : 2 Reifenpannen
Alle Tourbilder
Wartungsarbeiten km-Stand 38730
Eigentlich war es schon lange fällig, aber ich habe vor der Sommertour 2022 keine Zeit gefunden, den Austausch der Verschleißteile durchzuführen. Geplant war, die Kette sowie Kettenblätter und Ritzelpaket auszutauschen.
Bei den Vorarbeiten viel auf, dass auch die Bremsscheiben vorne und hinten schon untermaßig waren. Shimano gibt eine Mindestdicke der Bremsscheiben von 1.5mm vor. Hinten waren es 1.45mm, vorne knapp unter 1.50mm. Also wollte ich auch gleich die Bremsscheiben und Beläge mit wechseln. Diese Teile mußten erst noch bestellt werden, waren aber kurzfristig lieferbar.
Bei einem km-Stand von 38730km habe ich dann folgende Komponenten getauscht:
- Kettenblatt 1 und 2 auch wenn das kleine Kettenblatt nur geringen Verschleiß aufweist.
- Kette, deutlicher Verschleiß erkennbar, unpräzise Schaltvorgänge
- Ritzelpaket, deutlicher Verschleiß an den am häufigsten genutzen “Lieblingsgägen”
- hinteres Schaltwerk incl Schaltseil und Hülle, ausgeschlage, unpräzise Schaltvorgänge
- Bremsscheibe vorne 180mm und Beläge, Mindestmaß unterschritten
- Bremsscheibe hinten 160mm und Beläge, Mindestmaß unterschritten
- Kettenumlenkrolle (Laufleistung 38730 km), deutlicher Verschleiß erkennbar.
Danach mußte natürlich noch eine Menge eingestellt werden.
Der letzte Wechsel der Antriebskomponenten war bei einnm km-Stand von etwas mehr als 15.000 km. Diesmal habe die Komponenten eine Laufleistung von mehr als 23.000km absolviert.
Kettenblätter:
Ritzelpaket neu
Scheiben vorne und Hinten neu
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Kettenumlenkrolle
deutlicher Verschleiß zu erkennen.

Die Probefahrt heute hat Spass gemacht. Es schaltet wieder 1a. Mit der alten ausgeschlagenen Schaltung war es immer mehr Zufall, ob und wenn ja welchen Gang man bei einem Schaltvorgang als Ergebnis bekommen hat. Nun ist es wieder eine knackige genaue Schaltung, die sofort und präzise den gewünschten Gang einlegt.
Herbsttour 2022 Prolog
Herbsttour 2022
Prolog
Jetzt im Herbst wollten wir noch mal auf Fahrradtour gehen. Da wir im Sommer ja nicht mit der Bahn gen Süden fahren konnten, versuchten wir es erneut, aber auch diesmal gab es keine freien Fahrradplätze mehr in den Zügen, die für uns in Frage kommen.
Da die Ost- und Nordsee Anfang September noch angenehm warm sind, überlegten wir, eine Tour über die dänischen Inseln zu machen. Leider mußten wir auch hier erkennen, dass für die Gastgeber noch Saison ist und sie nur wochenweise vermieten wollten. Somit ergaben sich einige Löcher in der Planung, die auch mit Recherche und Anrufen sich nicht füllen ließen.
Im dritten Anlauf fanden wir dann eine Tour, die uns durch die Heide an die Leine, Weser, Fulda, Eder, Sieg, Rhein, Maas, erneut die Weser und die Elbe bringen würde. Das ganze wurde dann zu einer Rundtour mit etwa 1450 km.

- Celle
- Bad Gandersheim
- Hann.Münden
- Harbshausen am Edersee
- Lützel bei Hilchenbach
- Hennef
- Korschenbroich / Mönchengladbach
- Gennep in Holland
- Ochtrup
- Oevelgönne bei Brake an der Unterweser
- Neuhaus bei Cuxhaven
- Geesthacht
Herbsttour 2022 Tag 1
Tag 1
Von Geesthacht durch die Heide nach Celle
Unsere erste Etappe geht von Geesthacht nach Celle. Oft schon sind wir auf verschiedenen Routen in die Heide gefahren. Bis nach Celle werden es heute ca 115 km werden.

Gegen 9:30 Uhr fahren wir los, zunächst über bekannte Straßen Richtung Lüneburg und in die Nordheide hinein. Unseren ersten Stop machen wir nach rund 45km in Amelinghausen. Beim Bäcker erstehen wir belegte Brötchen und im Supermarkt Milch und Trinkjoghurt. Nach der Stärkung geht es südwärts weiter. Diesmal lassen wir die Truppenübungplätze rechts liegen und fahren östlich auf kleinen Straßen an ihnen vorbei.
Unser nächstes Ziel ist der Fassberg, er erhebt sich rund 94m über NN und hat sogar ein “Gipfelkreuz”. Rundherum ein großes Heidegebiet. Wir sind mitten im Naturpark Südheide.
Die Wege sind meist unbefestigt und werden von Pferdefuhrwerken genutzt, für Wanderer und Radfahrer gibt es daneben kleine Wege mit wassergebundener Decke. Recht angenehm zu befahren aber nicht so schön wie glatter Asphalt.
Die Heide ist schon fast verblüht. Hier und da schimmert es aber noch ein wenig Lila.
Aber die meiste Blüte ist schon vergangen. Vermutlich haben die hohen Temperaturen die Heide dieses Jahr früher blühen lassen.
Insgesamt fahren wir rund 20km auf den sandigen Wegen durch den Naturpark und danach noch durch das Waldgebiet zwischen Unterlüß und Eschede. Erst bei Eschede bekommen wir wieder befestigte Wege unter die Räder.
Das fahren auf den sandigen Wegen ist mit den Wölfen zwar kein Problem, aber die Geschindigkeit sinkt doch ab. Der Rollwiderstand ist höher und auf den recht schmalen Wegen muss bei Gegenverkehr auch entsprechend Rücksicht genommen werden und überholen ist nur selten möglich.
Ab Eschede geht es auf dem Radweg an der B191 nach Celle. In Garßen kaufen wir noch einige Getränke für den Abend und erreichen gegen 15:45 Uhr unsere Unterkunft in der Pension Fritzenwiese. Unsere Räder können wir in einem Geräteraum/Garage einstellen. Das Zimmer ist sauber und hat alles, was wir für eine Nacht benötigen.
Am späten Nachmittag erkunden wir ein wenig die Celler Innenstadt und besichtigen das Schloss von außen.
Unseren Rundgang beschließen wir mit einem leichten Essen beim Asiaten.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 2, das einfache Frühstück bekommt die Note 3.
Preis / Leistung 2-
Tourdaten:
- Entfernung : 117km
- Durchschnitt in Bewegung : 18.7 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 7:40 Std.
- Höhenmeter : +651m, -500m

Bilder des heutigen Tages:
Herbsttour 2022 Tag 2
Tag 2
Von Celle nach Bad Gandersheim
Am Abend hatten wir mit unserem Gastgeber das Frühstück für 7:30 Uhr vereinbart. Pünktlich saßen wir in der Küche, das Frühstück war bereit, und unser Gastgeber teilte uns mit, dass der Geräteraum sich nicht öffnen ließe und er nun versuche einen Schlüsseldienst zu erreichen, damit die Tür dann geöffnet wird. Auch ich konnte noch mal versuchen, die Tür zu öffnen, was mir aber auch nicht gelang.
So saßen wir beim Frühstück und Herr Hänsel versuchte den Schlüsseldienst zu erreichen. Ihm war die Situation sichtlich unangenehm, denn aus dem gestrigen Gespräch wußte er, dass wir heute bis nach Bad Gandersheim fahren wollten.
Also frühstückten wir ganz normal, packten danach unsere Sachen zusammen und irgendwann gegen 8:45 kam dann auch der Schlüsseldienst. Er brauchte ca 20 Minuten um das Schloß wieder gangbar zu machen und die Tür zu öffnen. Mit ein wenig Verspätung konnten wir dann aufbrechen.

So fuhren wir bei Sonnenschein und steigenden Temperaturen über Burgdorf, hier querten wir die Bahnstrecke Hamburg Hannover
und dann weiter über Lehrte nach Sehnde. Den Kaliberg Sehnde mit einer Höhe von 144m ließen wir rechts liegen, machten ein kleine Pause und aßen ein wenig Obst.
Kurz danach überwuerten wir den Mittellandkanal. Hier beginnt dann auch der “Stichkanal Hildesheim”. Leider kann man nicht direkt am Stichkanal nach Hildesheim radeln, das wäre toll. Doch leider führt der Weg schnell wieder weg vom Kanal. Der Wind hat mitlerweile sehr aufgefrischt und kommt steif aus Süd-West. Über die freien Felder und Flächen bläst er uns entsprechend entgegen.
Erst kurz vor Hildesheim kommen wir wieder an den Kanal und sind aus dem Wind raus.
Ein kleines Stück durch ein Industriegebiet und wir sind an der Innerste. Von Hildesheim selber sehen wir nicht viel – was uns auch recht ist. Wir folgen dem Lauf der Innerste durch Hildesheim. So gelangen wir nahezu kreuzungsfrei und verkehrsarm durch Hildesheim. So langsam meldet sich bei uns der Hunger. Wir erreichen das Freibad in Hildeheim “Jo-Wiese“. Doch leider gibt es hier keinen Imbiss oder Restaurant. Am Kiosk gibt es nur Getränke und Süßwaren. Wir müssen also weiter. Doch wir sind schon fast aus Hildesheim wieder raus und habe gerade die K104 überquert, als uns klar wird, dass wir Hildesheim nun hinter uns haben. Wir drehen um, und finden das “Ahoi” (was es aber ab 2025 nicht mehr zu geben scheint).
Unser Mittagessen ist gerettet. Wir essen Fish and Chips. So gestärkt können wir uns nun an den kleinen Anstieg von ca 80m auf 220m machen. Von Hildesheim führt die Strecke nun über Marienburg
und Bad Salzdetfurth
nach Lamspringe immer bergan. Die Steigung ist maximal 5 % also noch moderat und gut zu fahren. In Lamspringe biegen wir dann auf eine alte Bahntrasse ein, die als Radweg hervorragend hergerichtet uns bis zu unserem Ziel in Bad Gandersheim bring.
Unsere Unterkunft heute ist die Pension “Hotel Gerichtsschänke”. Wir werden von der Wirtin freundlich begrüßt, können die Räder in einer Garage einschließen und bekommen ein Zimmer, dessen Zugang vom Innenhof her ist. In dem alten Haus von 1857 und den dahinter liegenden Gebäuden gibt es jede Menge Zimmer. Unser Zimmer ist schon etwas älter aber sehr sauber.
Nachdem wir uns frisch gemacht haben, gehen wir noch in die Stadt. In Gandersheim stehen, wie in vielen kleineren Städten etliche Häuser leer. Im Gespräch mit der Wirtin am kommenden Morgen wird klar warum: Gandersheim hat keinerlei Industrie, die jungen Leute wandern ab in die Städte, wirkliche Perspektiven für junge Leute sind da nicht zu finden. Und Hannover / Hildesheim sind dann doch zu weit weg. Von den ehemals drei großen Kur-Zentren sind auch nur nur noch zwei in Betrieb.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 2-, das Frühstück mit der Note 2-.
Preis/Leistung : 2
Tourdaten:
- Entfernung : 106km
- Durchschnitt in Bewegung : 17.2 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 7:40 Std.
- Höhenmeter : +429m, -339m
Bilder des heutigen Tages:
Herbsttour 2022 Tag 3
Tag 3
Von Bad Gandersheim nach Hann.Münden
Nach einem guten Frühstück im Hotel Gerichtsschänke sind unsere Taschen recht schnell gepackt und wieder an den Wölfen, so dass wir wieder starten können. Leider hatte das Garmin eine etwas falsche Position anfänglich, so dass die Start-Daten nicht ganz stimmen. Wie schon gestern sind wir gegen 9:30 Uhr gestartet.

Aber schnell sind wir auf dem Leine-Radweg, den wir auf unserer Herbsttour 2021 ausgiebig gefahren sind, die Strecke ist uns noch gut in Erinnerung und schnell liegen die wenigen km von Kreiensen bis nach Einbeck hinter uns. Es folgt wieder der Abschnitt von Einbeck nach Northeim. Heute bläst uns der Wind auch noch entgegen und die Strecke an der L572 hat zwar einen Radweg, aber der viele Verkehr und der entgegenkommende Wind sind einfach nervig.
Von Northeim folgen wir weiter dem Leine-Radweg, der Wind kommt nun meist seitlich, so dass das Fahren nicht so anstrengend mehr ist. Vorbei geht es an Nörten-Hardenberg und Bovenden und schnell ist Göttingen erreicht. Und wieder haben wir den Track mit der Brücke, die man nur schiebend überqueren kann. Und dabei hatte ich eigentlich versucht, eine andere Brücke zu finden und in den Track einzubauen.
Leider können wir diesmal nicht einfach so auf dem Leine-Radweg durch Göttingen fahren. Wegen einer Baustelle ist der Radweg an der Leine im Bereich der Weststadt geperrt, und wir müssen ein wenig durch die Stadt fahren. Die Umleitung ist gut ausgeschildert.
Kurz hinter dem Leine Park verlassen wir den Radweg an der Leine und wechseln auf eine ehemalige Bahnstrecke. Von nun an geht es immer stetig bergan. Mit gleichmäßigen 2% Steigung bringt uns die Bahnstreck von 150m NN auf etwa 300m NN. Zunächst ist die Strecke klasse ausgebaut.
Jedoch nach dem Tunnel, der die Autobahn A7 unterquert, ist die Streck nur noch geschottert. Leider – aber immer noch fahrbar.
Entschädigt wird mit einem klasse Panorama, wenn man den Blick nach links wendet:
Bei Klein Wiershausen kommt die alte Bahntrasse dann an der B3 an und für uns folgt nun eine Rampe mit mehr als 8% Steigung. Wir hätten auch an der B3 bis nach Dransfeld fahren können und somit die Steigungen vermeiden können. Hinterher ist man immer schlauer ….
Von Dransfeld aus geht es dann entlang der B3 oder parallel dazu wiederum auf einer ehemaligen Bahntrasse hinunter ins Wesertal. Es wäre toll, wenn auch hier die ehemalige Bahntrasse zu einem Radwanderweg ausgebaut werden würde.
Schon gegen 15:00 Uhr sind wir in Hann.Münden. Wir übernachten heute im Hotel “Alte Rathausschänke” Das Zimmer ist klein, aber sauber, das Mobiliar ist älteren Datums, der Teppich hat auch schon bessere Tage gesehen. Aber wir sind mitten in der Stadt, die Räder können wir einstellen.
Wir nehmen uns ausgiebig Zeit, noch mal Hann.Münden zu erkunden: Fulda, Werra, Weser, die Altstadt, Abends essen wir Pizza bei einem kleinen aber guten Italiener in der Altstadt.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 3, das Frühstück mit der Note 3+.
Preis/Leistung erreicht hier nur die Note 3.
Tourdaten:
- Entfernung : 87.7km
- Durchschnitt in Bewegung : 18 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 5:40 Std.
- Höhenmeter : +447m, -435m

Bilder des heutigen Tages:
Herbsttour 2022 Tag 4
Tag 4
Von Hann.Münden an den Edersee nach Harbshausen
Das Frühstück in der Ratsschänke ist einfach aber ausreichend. Beim lokalen Bäcker erstehen wir an diesem Sonntag noch zwei Stücke Kuchen und dann geht es weiter. Heute wollen wir an den Edersee – oder an das, was davon noch übrig ist nach dem klasse Sommer und den wenigen Niederschlägen dieses Jahr.

Von Hann.Münden aus folgen wir dem Fulda Radweg,
durchqueren Kassel, verlieren auch hier wegen Bauarbeiten den Verlauf und schlängeln uns durch Kassel Unterneustadt zurück auf den Fuldaradweg. Bei Berghausen verlassen wir kurzfristig den Fuldaradweg und fahren über Gut Freienhagen. Das geht zwar über einen Hügel und wir verpassen eine Gabelung, spart aber einige km.
Und dann sind wir auch schon wieder an der Fulda, und folgen der Fulda noch bis Baunatal-Guntershausen. Hier machen wir eine Pause und verzehren unseren Kuchen. Uns kommen ganze Horden von Radfahrerern, groß und klein entgegen, Familien, Mountainbiker, Pedelecer und und und. Es ist Fulda Radeln und das gute Wetter lockt tausende auf das Rad und an die Fulda.
Als wir Pause machen fährt auch ein Liegeradfahrer an uns vorbei. Er ist wie wir fuldaaufwärts unterwegs.
Nach unsere Rast begleiten wir die Fulda nur noch ein kleines Stück, denn schon bald trennen sich Fulda- und Ederradweg. In der Ferne sehen wir immer mal wieder den Liegeradfahrer am Horizont, wenn die Stecke lang genug geradeaus geht.
Hinter Grifte folgt der Ederradweg ein Stück dem Verlauf der Bahntrasse Grifte – Guldensberg. Langsam schließen wir auf den Liegeradfahrer auf der Bahntrasse auf .
Seine Partnerin ist vorgefahren und wir erkennen, dass er wie wir auch mit einem Wolf und Wolf unterwegs ist. Wir verabreden uns für eine Pause und Klönschnack an einem Rastplatz in Haldorf. Dort sind dann 3 Wölfe beisammen. Und wir fachsimpeln und klönen – auch mit der hinzugekommenen Partnerin.
Nach gut einer halben Stunde trennen sich unsere Wege wieder – wir folgen weiter dem Ederradweg, der nun meistens auf Wirtschaftswegen mal auf Asphalt mal auf Schotter geführt wird.
Davon, dass wir stetig bergan fahren, bekommen wir bei den leichten Steigungen nichts mit. Nur der viele Schotter nervt ein wenig, zwingt er uns doch immer wieder das Tempo zu drosseln.
Kurz vor Fulda zwingt uns eine weitere Baustelle, den geplanten Streckenverlauf zu verlassen. Die Ausschilderung ist dürftig und prompt verpassen wir irgendwo eine Abzweigung und stehen dann ohne Wegweiser da. Mitlerweile ist es gegen 14:00 Uhr, Zeit für ein Mittagessen. Fulda liegt leider auf dem Hügel und nicht im Edertal. Teilweise schiebend (mehr als 10% Steigung) erreichen wir den Marktplatz von Fritzlar.
Hier gibt es jede Menge Restaurants, aber der ortsansässige Italiener möchte uns um kurz nach 14:00 Uhr nicht mehr bedienen. Na ja, nebenann gibt es für uns dann Flammkuchen und Käsespätzle. Mitlerweile ist es so warm geworden, dass man nicht mehr in der Sonne sitzen mag.
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So gestärkt nehmen wir die nächsten km unter die Rädeer. Der Ederradweg ist schnell wieder gefunden, die Abschnitte mit Asphalt und Schotter wechseln sich auch weiterhin ab. Nur leider wird der Schotteranteil immer höher.
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In Affoldern erreichen wir den ersten Stausee der Tour – Der Affoldersee dient vermutlich dem Pumpspeicherwerk Waldeck als Basis.
Die Staumauer des Affoldersee’s ist nicht sonderlich hoch und wir fahren ein guter Stück am See entlang.
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Als wir in Hemfurth die Eder überqueren, trift uns fast der Schlag. Hier treffen sich wohl alle Motorradfahrer der Umgebung und darüber hinaus. In Hemfurth nehmen wir den kurzen Ederradweg , der direkt nach Rehbach geht und sich dort mit der offiziellen Strecke über Edersee und entlang des Sees wieder trifft. Die Strecke am See ist wiederum nur geschottert. Um dennoch an die Staumauer zu kommen, müssen wir einen kleinen Abstecher und Fußmarsch machen.
Von Hemfurth geht es mit kräftiger Steigung zwischen 5 und 8 % bergan. Rund 100 Höhenmeter sind so zu überwinden. Und dann passiert es. Als die größte Steigung gerade überwunden ist, geht mir im Vorderrad schlagartig die Luft verloren.
Im Schlauch der Vorderrades ist ein 2cm langer Riss. Ursache unbekannt, und auch keine Fremdeinwirkung. Okay der Schlauch muss getauscht werden. Das kostet uns rund 15 min, bis wir weiterfahren können. Aber ohne die Panne hätten wir vermutlich die Staumauer nicht gesehen und besucht. Soweit es geht fahren wir auf an den Edersee und gehen die restlichen Meter steil bergab – die Räder lassen wir oben an einen Baum gelehnt zurück – runter an die Talsperre, die auch um 17:20 Uhr noch reichlich von Touristen besucht wird.
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Dieser Ausflug dauert auch noch mal etwas mehr als 30-40 Minuten, obwohl wir versuchen, so schnell wie möglich aus den Menschenmassen wirder herauszukommen, wollen wir aber dennoch ein wenig vom Edersee mitbekommen. Aber die Zeit drängt, denn normalerweise sind wir um diese Urzeit schon am Ziel, heute haben wir aber noch rund 20 km zu fahren.
Das wird allerings sich noch ein wenig hinziehen, bis wir das Ziel erreichen. Wir sind nach dem langen Tag und den hohen Temperaturen abgekämpft und die Getränke gehen uns auch noch langsam aus. Der Edersee liegt eingebettet in den Nationlapark Kellerwald-Edersee. Die Wege sind alle nur geschottert und so brauchen wir für die 20 km rund eineinhalb Stunden. Je weiter wir nach Westen kommen, desto weniger Wasser ist im Edersee
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Die Campingplätze am Seeufer sind größtenteils verwaist, die Bootsstege liegen auf der Wiese und die Brücke bei Asel Süd liegt komplett trocken, nur die kleine Eder fließt unterdurch.
Am Ende hat unsere Tour dann noch eine kleine Überraschung für uns bereit: Unser Ziel Harbshausen liegt auf einem Hügel. Mit 15% Steigung geht es noch mal rund 50 Höhenmeiter hinauf. Wir müssen noch mal schieben.
Heute übernachten wir auf dem Ferienbauernhof der Familie Büchsenschütz. Frau Büchsenschütz erwartet uns schon, begrüßt uns herzlich und zeigt uns das Zimmer und die Möglichkeiten, die für die Gäste zur Verfügung stehen: Untern anderem gibt es eine Gästeküche, einen überdachten großen Balkon, selbst hergestellte Produkte, die man kauflich erwerben kann und und und. Wir haben ein schönes Zimmer mit eingenem Bad auf der anderen Flurseite, was eigentlich egal ist, denn heute sind wir fast die einzigen Gäste.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 2, das Frühstück mit der Note 2.
Für das Preis-Leistungsverhältnis gibt es eine 2+
Tourdaten:
- Entfernung : 118km
- Durchschnitt in Bewegung : 16.5 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 9:40 Std.
- Höhenmeter : +678m, -454m

Bilder des heutigen Tages:
Herbsttour 2022 Tag 5
Tag 5
Von Edersee zur Ederquelle – von Harbshausen nach Lützel
Auch heute erwartet uns wieder ein sonniger Tag. Vor uns liegen knapp 100km entlang der Eder. Heute wollen wir bis ins Quellgebiet fahren. Aufbruch in Harbshausen ist 9:40 Uhr.

Ein kleines Stück fahren wir auf dem Radweg an der B252. Bei Kirchlotheim fahren wir auf die andere Seite der Eder und fahren auf kleinen Wirtschaftswegen Richtung Schmittlotheim.
Bei Schmittlotheim verläuft der Eder-Radweg parallel zum Bahngleis, aber nach einigen hundert Metern ist Schluss mit Asphalt – wieder Schotter. Nein Danke sagen wir uns und drehen um und fahren weiter nach Schmittlotheim und nehmen die kleinen Wege neben der B252. Irgendwann ist auch damit Schluss und uns bleibt nur, auf die B252 mit viel Verkehr zu wechseln. Das macht aber nichts, denn die Bundesstraße hat bis Frankenberg auf beiden Seiten je einen Mehrzweckstreifen.
Wir nutzen diesen und die vielen PKW und LKW können uns gut und mit viel Abstand überholen, einige weichen noch ganz an den Mittelstreifen aus – vielen Dank. 14 km fahren wir so auf der B252 und sparen uns die gleiche Strecke auf Schotter, denn davon sollen wir auch heute wieder genug bekommen.
In Frankenberg gibt es erstmal frische Getränke und Obst – und einen Fahrradladen versorgt uns mit einem neuen Schlauch und wir füllen auch die Reifen wieder auf. Viel Luft haben wir in den vergangenen Tagen nicht verloren, nur mein Vorderreifen braucht ein wenig mehr.
Wir folgen weiter dem Eder-Radweg oder nutzen parallel verlaufende aspahltierte Wirtschaftswege um, wo immer es geht, geschotterte Abschnitte zu umgehen.
Die Bahnlinie, die auch im Edertal verläuft, wird nur noch bis Frankenberg betrieben. Hin und wieder kommen wir schon mal auf den alten Streckenverlauf und zwischen Battenberg und Dodenau beginnt ein herrliche Abschnitt. Der alte Bahndamm ist als Radweg hergerichtet und in einem sehr gutem Zustand. Rund 12 km ist der Radweg derart ausgebaut und nutzt auch den alten Bahntunnel bei Dodenau.
Kaum merklich geht es immer bergan, bis zur Landesgrenze von Hessen und NRW sind wir uns rund 150 Höhenmeter hinaufgefahren, ohne es groß zu merken.
Wir merken sehr schnell, dass wir in einem anderen Bundesland angekommen sind. Der eben noch prächtige Bahnradweg geht leider nur noch geschottert weiter. Mittagessen gibt es für uns heute in einer kleinen türkischen Pizzeria in Arfeld.
Um nicht weiter auf geschotterten Pisten fahren zu müssen – wir versuchen noch einige Male, wieder auf den Eder-Radweg zu kommen, – müssen wir nun häufiger auf die L553 ausweichen. Der offizielle Eder-Radweg wird hier über unbefestigte Wirtschaftswege geführt. Manchmal sind diese Wege von schweren Holzerntemaschinen und Holztransporten nahezu unbefahrbar für uns, das andere Mal mit grobem Schotter belegt, dass wir nur Schrittempo fahren können.
Immer wenn wir von der L553 wieder auf den Eder-Radweg einbiegen, erwartet uns meist ein neues Schotterabenteuer. Ab Aue bleiben wir einfach auf der L553, auch wenn der Verkehr hier mörderisch ist. Wir werden von LKW trotz Gegenverkehr überholt, so dass wir nur noch ins Grüne ausweichen können. Ja, wir sind bergan langsam unterwegs aber so muss es doch wirklich nicht sein. Leider werden wir von vielen PKW und LKW oft sehr eng überholt. Als Radfahrer hat man hier nur die Wahl zwischen Pest und Cholera – Geschotterte Waldwege oder viel Verkehr auf der L552.
Ab Birkelbach kommen wir endlich von der L552 weg und können einigermaßen entspannt bis nach Erntebrück weiterfahren. In Erntebrück kaufen wir für den Abend ein und versuchen es erneut auf dem Eder-Radweg. Aber auch hier nichts als Waldweg-Schotter. Also legen wir die letzen 5km wiederrum auf der Bundesstraße (ohne Radweg) zurück. Auch hier wieder das gleiche Spiel: PKW und LKW die viel zu dicht überholen.
Wir übernachten in einer kleinen Pension “Vogt-Lützel”, bekommen ein großes Zimmer unter dem Dach. Irgendwie erscheint uns das alles etwas widersprüchlich: das alte Haus wurde renoviert, das Dachgeschoß neu ausgebaut, aber viele Kleinigkeiten zeigen laienhafte und/oder ungenaue Montage. Außerdem haben die Gastgeber zwei große Doggen, deren Spuren und Haare man an Türen und auf Treppen sehen kann. Unser Zimmer ist oberflächlich sauber, im Flur stehen aber noch Putzmittel und Staubsauger. Nun ja, nach der (nervlich) anstrengenden Tour haben wir nicht mehr viel vor und Lützel hat auch nicht wirklich viel zu bieten.
In Lützel haben wir eine Höhe von 569m NN erreicht.
Am drauffolgenden Morgen bekommen wir eins der großzügigsten Frühstücke der Tour und wir können uns Brote und Brötchen als Wegzehrung zubereiten und in die bereitgestellten Frühstücksbeutel verpacken. – Vielen Dank.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 3+, das Frühstück mit der Note 2+.
Preis/Leistung: 2+, denn auch der Preis ist okay.
Tourdaten:
- Entfernung : 98km
- Durchschnitt in Bewegung : 16.3 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 7:55 Std.
- Höhenmeter : +630m, -316m

Bilder des heutigen Tages:
Herbsttour 2022 Tag 6
Tag 6
Entlang der Sieg von Lützel nach Hennef
Nachdem wir nun fast die gesamt Eder entlanggefahren sind, die unterschiedlichsten Abschnitte genossen haben – siehe Bericht von gestern – wenden wir uns nun dem nächsten Flußradweg zu. Eder, Sieg und Lahn haben ihre Quellen alle im gleichen Gebiet und liegen dicht beieinander.

Bis auf 655m über NN fahren wir hinauf. Und die Straße haben wir wegen Bauarbeiten in Lützel (fast) ganz für uns alleine.
Wenn wir ganz oben sind, dann geht es auch hinunter. Die Straße ist frei und selbst das geringe Gefälle von nur 5% läßt unsere Geschwindigkeit auf über 60km/h ansteigen. Sanft ausrollend erklimmen wir die nächste Kuppe und das Spiel beginnt sich zu wiederholen.
An der Kreuzung verlassen wir die Eisenstraße und folgen dem Siegradweg, der hier auf der Landstraße geführt wird. Es ist nur wenig Verkehr und mit Tempo so um die 45km/h fahren wir Richtung Deuz. Langsam sammeln sich hinter uns Autos und LKW, also nehmen wir die nächste Möglichkeit und lassen die Kolonne an uns vorbei, denn Möglichkeiten gibt es nicht, dass wir mit Abstand überholt werden könnten. Zu unübersichtlich ist die Strecke.
Hin und wieder weicht die Streckenführung von der Hauptstraße ab, aber eigentlich lohnen sich diese Schlenker nicht wirklich, entweder kommt man nach kurzer Zeit wieder auf die Hauptstraße, oder aber die Wege werden mal im Tal und mal am Hang geführt. Dann muß man unnötigerweise bergan fahren.
Ab Deuz bekmmt dann der Radweg endlich eine eigene Trasse: parallel zur Hauptstraße geht es auf gut asphltierter Strecke von Deuz, vorbei an Netphen bis nach Siegen-Weidenau. Hier müssen wir einmal mitten durch den Ortskern. Viel Verkehr und eine schlechte Wegführung bestimmen diesen Abschnitt. Von Weidenau nach Siegen verläuft der Radweg unter der aufgeständerten B54. Aber leider sind dort Bauarbeiten und wir können nicht passieren. Gute 15 Minuten verbringen wir damit, einen passablen Weg zu finden. Müssen aber doch zurück und durch die Stadt fahren. Den Hinweis auf die Sperrung findet man erst, wenn man fast am Hindernis angekommen ist. Ein ausgeschilderte Umleitung suchen wir vergebens.
Weiter geht es durch die Siegener Innenstadt, denn wir verlassen für einige Besorgungen den Siegradweg und folgen dem D4, der mitten durch den ZOB und durch Siegen geführt wird. Allerdings kommen Siegradweg und D4 kurz danach auch wieder zusammen.
Weiter geht es entlang der Sieg, links Industrie rechts die Sieg und dazwischen ein guter Fahrradweg. Wir machen hier eine Pause und Essen Obst und Brote, um dann weiter Richtung Siegen-Eiserfeld zu fahren
In Eiserfeld verpassen wir glatt die kleine Seitenstraße, drehen um um dann abzubiegen. Es geht parallel zur Bahn über die Sieg und dann kommt die zweite Überraschung des Tages. Wir müssen schieben. Wer sich so was als Radweg ausdenkt …. ohne Worte.
In Serpentienen geht es steil bergauf – ohne Schwung keine Change für uns. Hinterher stelle ich fest, dass der Siegradweg eine lange Schleife entlang der Sieg macht und das Brouter uns diese nette “Abkürzung” geschickt hat. Vermutlich hätte die Schleife auch nicht länger gebraucht, Schiebeeinlagen kosten viel Zeit.
Nun geht es mal an der Sieg mal an der im Tal verlaufenden B62 entlang. Hinundwieder gibt es auch kleine Überraschungen wie z.B. dieser Übergang von der Sieg an die B62 bei Barnbach.
Und ab da fahren wir km-weit entlang der B62 auf einem Radweg, der diesen Namen nicht verdient hat: alt, schmal, Wurzelaufbrüche, Radwegschäden. Insgesamt sind es rund 30 km die – hin und wieder unterbrochen entlang der B62 führen.
In dem Ort Wissen machen wir eine Pause und füllen unsere Getränke beim ortlichen Supermarkt an der Strecke auf. Der Siegradweg verläßt hier endlich die B62 – aber es wird nicht wirklich besser. ein Kleines Stück geht es entlang der Siegpromenade – schön ist es hier
und endlich mal kein lärmender Verkehr. Aber o weh, wir kommen zurück an die B62. Sollen wir hier wirklich auf der Fahrbahn fahren ? Keine gute Idee denken wir uns und suchen uns einen parallelen Weg auf gut Glück. Am Ende der Straße links über die Brücke, dann rechts und es beginnt ein eigener Radweg parallel zu B62, der dann von der B62 weggeführt wird und…..in Schotter übergeht.
Kurz vor Pirzenthal stehen wir an einem Bachlauf. Ja, der Track ging einige Meter vorher rechts ab, aber wir wollten lieber an der Sieg bleiben
Den Bach überwinden wir schiebend – scheinen schon andere gemacht zu haben, die Steine liegen schön in der Reihe. Als wir dann dem Weg am Siegufer weiter folgen wollen sehen wir eine Schranke, die uns die Weiterfahrt verbietet. Scheint Privat zu sein. Also fahren wir nach Pirzenthal auf den Track zurück, um die nächsten Serpentienen in Angriff zu nehmen.
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Mit bis zu 10% geht es von Pirzenthal rund 100 Höhenmeter hinauf nach Dünebusch, nur um dann in einem Waldstück wieder hinunter an die Sieg bei Oppertsau zu gehen.
Dann noch einmal Siegradweg entlang der Bundesstraße. Diesmal die B256 – knapp 8 km auf einem schlechten Radweg neben der Bundesstraße:
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Ab Schladen dann wir der Siegradweg endlich in großen Teilen Autofrei geführt. Man kann den Ausblick auf die Sieg und das Siegtal endlich mal genißen und muss nicht immer auf die Blechlawinen achten.
Hätte und dann Brouter nicht erneut eine “Abkürzung” über den Hügel bei Herchen geschickt – diesmal bis zu 15%, wir hätten so schön an der Sieg fahren können.
Dafür haben wir einen tollen Blick von oben – erfreuen können wir uns nicht mehr – Nach mehr als 100km und den kleinen Überraschungen sind wir geschafft. Auch das Wetter hat es heute zu gut gemeint, bis zu 30°C ist es warm. Wir wollen nur noch ans Ziel, aber das sind noch rund 14km. Wir werden das Ziel heute nicht im angegebenen Zeitfenster erreichen, rufen die Pension daher an und schieben unsere Ankunft nach hinten, was zum Glück kein Problem ist.
Der Siegradweg ist zwar besser als der Ederradweg auf der NRW-Seite, aber weit davon entfernt, ein Radweg zu sein, der viel Spass macht. Zu viel Bundesstraße, zu viel Verkehr.
Die Beine sind müde, die Kehle trocken, die Zeit schon weit vortgeschritten, Noch ne gute Stunde brauche wir bis zur Pension “Weitblick” in Hennef. Wir sind die einzigen Gäste heute. So haben wir das Gemeinschaftsbad für uns alleine.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 3+, das recht einfache Frühstück mit der Note 3-. Da die Übernachtung preisgünstig ist, vergeben für Preis/Leistung dennoch eine 2
Tourdaten:
- Entfernung : 131km
- Durchschnitt in Bewegung : 15.8 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 10:00 Std.
- Höhenmeter : +842m, -1299m

Bilder des heutigen Tages:
Herbsttour 2022 Tag 7
Tag 7
Von von Hennef entlang des Rheins nach Korschenbroich
Das Frühstück heute ist recht einfach, wir frühstücken recht früh, denn heute wird es 120km nach Korschenbroich bei Mönchengladbach gehen. Schon um kurz nach 9:00 Uhr sind wir auf dem Rad.

Uns lacht die Sonne vom Himmel, es scheint wieder ein toller Tag zu werden. Ein Stück noch den Rheindeich entlang, und wir durchfahren oder genauer tangieren Bergheim, Mondorf und Rheidt.
Immer dicht am Rhein geht es nun entlang, wr fahren rechtsrheinisch, erst in Köln werden wir auf die linke Rheinseite wechseln.
In Niederkassel wollen wir für den heutigen Tag einkaufen und finden erst nach ein wenig Suchen den Supermarkt. Für unsere nächsten Pausen sind wir nun gut eingedeckt. Leider zwingt uns eine Baustelle in Lülsdorf vom Rheinradweg abzuweichen, die Ausschilderung ist mager, wir müssen auf einem engen Fußweg entlang der Baustelle schieben. Das könnte man auch besser lösen.
Unsere Mittagspause machen wir ein Langel direkt am Rhein und schauen ein wenig den Frachtschiffen zu. Der Rhein hat so wenig Wasser, dass sie nur zu 1/3 beladen sind.
Entlang des Rheines geht es nun Richtung Bonn. Der Radweg ist gut, wir kommen zügig voran. Und dann ist auch schon Bonn erreicht. Irgendein Schild weist auf eine gesperrte Drehbrücke hin. Was weiß ich denn von Drehbrücken, wir fahren weiter. Und dann geht es einen km später nicht mehr weiter. Das Schild galt wohl auch uns. Wir also wieder zurück, der Umleitung folgend fahren wir weiter zur Hohenzollernbrücke, überqueren den Rhein, werfen einen kleine Blich auf den Dom – nur so von außen und sind froh, schnellstmöglich aus den Menschenmassen entfliehen zu können.
Entlang des Rheines auf der linken Rheinseite fahren wir durch Köln, vorbei am Hafen Köln, den Fordwerken, auf der anderen Rheinseite die Chemiefabriken radeln wir immer Richtung Norden. Im kleinen Ort Langel noch eine kurze Pause bei km 75. Vorbei an Dormagen nähern wir uns Düsseldorf.
Dann verlassen wir den Rhein, knicken nach Westen ab, durchfahren Neuss durch den Stadtgarten und sind genauso schnell auch wieder aus Neuss hinaus. Die letzten knapp 15km fahren wie auf einem recht guten Radweg entlang der L381, die ist zwar stark befahren inbesondere da der Feierabendverkehr einsetzt hat.
In Korschenbroich haben wir eine kleine Ferienwohnung für eine Nacht gemietet. Frühstück wird es keins geben. Die Wohnung ist echt klasse. Sie ist sehr liebevoll eingerichet, alles ist da, wir können uns auch einen Tee oder Kaffe machen. Die Räder können wir in den hinteren Teil des Flures einstellen.
Abendessen gibt es bei einem kleinen italienischen Lokal in der Altstadt. Lecker. Und nach einem kleinen Stadtbummel wissen wir auch, wo wir morgen früh unser Frühstück bekommen werden.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 1,
Preis/Leistung auch 1
Tourdaten:
- Entfernung : 120km
- Durchschnitt in Bewegung : 17,5 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 6:50 Std.
- Höhenmeter : +207m, -263m

Bilder des heutigen Tages:
Herbsttour 2022 Tag 8
Tag 8
Von Korschenbroich nach Gennep in den Niederlanden
In der Nacht hat es kräftig geregnet. Morgens beim Brötchenholen regenete es noch leicht. Als wir aufbrachen war es trocken und der Regen zog ab. Wie toll ist das denn. Abends hatten wir schon geschaut, wie man denn mit dem Zug nach Gennep kommen könne, wenn es den ganzen Vormittag regnen würde, aber das ist nicht mehr notwendig. Aber wir haben die Tour kürzer gemacht und somit nur knapp 80 km vor uns, denn unsere Abfahrtszeit hat sich wegen des Regens nach hinten geschoben. Erst um 10:15 fahren wir in Korschenbroich ab.

Etwas mehr als 10k fahren wir so neben den Autos, bis wir in Straelen ankommen. Hier wollen wir eine Mittagsrast machen. Wir finden eine Pizza-Grill-Imbiss in der Innenstadt. Drinnen 2 Personen, die Pizza backen. Okay denken wir, die sind aktiv und geben unsere Bestellung auf, nehmen uns 2 Getränke und setzen uns vor den Imbiss an einen Tisch in der Sonne. Nach mehr als 30 Minuten kommt einer der jungen Männer und fragt nach, was wir denn bestellt haben, er hätte sich das nicht notiert. Als danach nach weiteren 15 Minuten vom Essen immer noch nichts zu sehen ist, gehen wir rein, bezahlen die Getränke und verschwinden. Beim Imbiss “Filet-Stübchen” in der Seitenstraße haben wir innerhalb von drei Minuten Fisch und Chips auf dem Teller.
Noch sind es 5 km bis zur Grenze, gegen 13:45 Uhr überqueren wir die Deutsch-Niederländische Grenze und fahren auf den guten niederländischen Radwegen parallel zur Maas weiter.
Als sich die Möglichkeit bietet, an der Maas noch eine kleine Pause zu machen, fahren wir die wenigen Meter links rein. Uns erwartet ein schöner Rastplatz direkt an der Maas.
Die restlichen km nach Gennep sind dann nur noch ein Klacks.
Wir haben ein kleines B&B als Unterkunft gewählt. Und werden freundliche begrüßt. Wir haben eine kleine Wohnung für uns, das Haus ist alt aber schön hergerichtet. Unten ein Wohnraum und ein Schlafzimmer, über eine steile Stiege kommt man nach oben, dort befindet sich ein weiteres Zimmer und das Bad ( neu eingerichtet ).
Kurz frischmachen und dann in den Ort hinein, etwas überrascht sind wir dann doch, ist es doch erst 17:00 Uhr aber die örtlichen einzelhändler räumen auf, bringen Werbetafeln in den Laden und schließen. Wir bummeln ein wenig durch die Stadt. Nettes kleines Städtchen und essen Eis
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 2+, das Frühstück mit der Note 2.
Preis/Leistung auch eine gute 2
Tourdaten:
- Entfernung : 78.8km
- Durchschnitt in Bewegung : 19.4 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 5:37 Std.
- Höhenmeter : +151m, -187m

Bilder des heutigen Tages:
Herbsttour 2022 Tag 9
Tag 9
Von Gennep nach Ochtrup
Heute geht es ein kleines Stück durch die Niederlande, dann etwa 25 km durch Deutschland, dann noch mal 45 km durch die Niederlande um dann bei Vreden erneut nach Deutschland zu wechseln und noch mal 55 km bis nach Ochtrup.

Schon nach kurzer Zeit hatten wir die Grenze nach Deutschland passiert und näherten uns Kleve. Einmal mitten hindurch und dann sahen wir in der Ferne schon die roten und weissen Brückenpfeiler der Rheinbrücke bei Emmerich auftauchen.
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Wir überqueren den Rhein, schrammen an Emmerich vorbei und sind kurze Zeit später schon wieder in Holland. Von den Grenzen bekommt man kaum was mit, es ändert sich nur der Farbe der Ortsschilder: Blau in Holland, gelb in Deutschland.
Auf kleinen Straßen, hin und wieder auch mal sandigen Radwegen – ja, auch die gibt es in Holland – und Größeren Straßen, dann immer mit extra Radwegen fahren wir nach Nord-Osten, in einem großen Bogen um Winterswijk herum.
Mittagspause heute bei Mannis Hähnchen Imbiss. Ein toller Laden in Freden, der mehr eine Mischung aus Hähnchengrill, Raststätte, und Lokal darstellt. Der Mittagstisch ist lecker, wir können aus mehrern Gerichten auswählen. Die Portionen sind recht üppig, die Preise moderat und es schmeckt gut.
So gestärkt nehmen wir die nächsten 45km unter die Räder. Mit vollem Bauch geht es den Hügel hinaun. Wir brauchen ein wenig, um wieder in Schwung zu kommen. Heute ist es erstmalig auch nicht mehr so warm. So um 20°C viel mehr ist nicht drin.
Kurz hinter Vreden machen machen wir laut Tacho die 1000km der Tour voll.
Noch ist es trocken, aber am Himmel ziehen schon dunkle Wolken auf. Und in Metelen erwischt uns dann auch der Schauer. Als es losgeht, können wir uns noch schnell bei einem Imbiss unterstellen.
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Danach noch schnell einkaufen, denn am Zielort in Langenhorst wird es nichts mehr zum Einkaufen geben. Wir übernachten in “Althoff’s Landhotel“. Dank Booking bekommen wir ein wenig Rabatt, sonst hätten wir diese Unterkunft vermutlich wegen des Preises nicht gebucht.
Wir haben ein Zimmer im ersten Stock, direkt über dem Eingang, das Bad geht nach hinten raus, das Badfenster direkt neben der Abluft der Küche. Öffnen ? nein besser nicht, sonst sind alle Küchengerüche im Zimmer. Dass heute Freitag ist, merken wir an den 3-4 Feiern, die im Gasthaus stattfinden. Ein ständiges kommen und gehen und eine Eingangstür, die permanent zuknallt und Gäste die sich lautstark und angeheitert auf dem Vorplatz unterhalten, ob und wie sie denn nun das Taxi nach Hause nutzen wollen. (Die letzten Gäste verlassen uns gegen 3:00 Uhr).
Am kommenden Morgen bekommen wir das beste Frühstück der Tour serviert. Es fehlt an nichts und auf Wunsch bekommen wir auch Rührei oder Spiegelei oder hartgekochte Eier serviert.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 3, das Frühstück mit der Note 1.
Preis/Leistung wird durch das supergute Frühstück und die Preisreduktion durch Booking auf 2 angehoben.
Tourdaten:
- Entfernung : 124km
- Durchschnitt in Bewegung : 19.2 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 8:00 Std.
- Höhenmeter : +279m, -263m

Bilder des heutigen Tages:
Herbsttour 2022 Tag 10
Tag 10
Von Ochtrup nach Barnstorf
Für heute stehen 120km quer durchs Land für uns an. Besonderes wird es nicht viel geben. Bilder gibt es auch nur wenige.

Als ich die Räder aus dem Nachtquartier holen will, ist der Hinterreifen an meinem Wolf platt. Schon gestern hatte ich das rythmische Klicken bei jedem Radumlauf gehört – und 3 mal das Rad abgesucht, aber nichts finden können. Aber das Steinchen hatte sich tief in den Mantel eingedrückt und sich bei jeder Umdrehung tiefer gebohrt.
Die Ursache war dann im ausgebauten Zustand schnell gefunden.
Der Schlauch war schnell getauscht, die Ursache beseitigt und so konnten wir mit leichter Verzögerung doch starten.
Unser Track überraschte uns mit einem reichlich neu angelegtem Radweg auf einem ehemaligen Bahndamm bis Rheine.
Danach geht es über viele kleinere Straßen immer nach Nord-Osten, vorbei am Alfsee. Von den vielen Urlaubs- und Freizeitangeboten am See bekommen wir nichts mit, wir fahren vermutlich an der falschen bzw. für uns an der richtigen Seite entlang.
Mittagessen wollen wir heute in Neuenkirchen. Leider sind wir für einen Besuch in der Bruzzelbude etwas zu spät dran. Gerne hätten wir den heutigen Mittagstisch ausprobiert. Große Alternativen scheint es nicht zu geben und so besuchen wir Yoyos Kebab Haus am Ortsausgang.
77 km sind wir bisher gefahren, knapp 50 liegen noch vor uns. Der Rest des Tages wird reines Runterfahren der anstehenden km. Die letzten rund 30 km ab Steinfeld fahren wir auf Radwegen entlang der B214 bzw B51. Schnelles Vorankommen ist so gewährleistet, aber der Spassfaktor ist gleich Null.
Wir übernachten in Barnstorf, das Zimmer ohne Frühstück haben wir über Airbnb gebucht. Unsere Gastgeberin erwartet uns, ein kleines Gespräch, dann zeigt Sie uns im Haus unser Zimmer und die gemeinsam zu nutzenden Räumlichkeiten. Alles klasse. Wir bewerten das Zimmer mit 1-; groß, nett eingerichtet, alles was wir brauchen ist vorhanden, in der Küche können wir uns Tee zubereiten, ein Teil des Kühlschrankes wurde für uns freigehalten.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 1-
Tourdaten:
- Entfernung : 120km
- Durchschnitt in Bewegung : 19.6 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 7:40 Std.
- Höhenmeter : +326m, -327m

Bilder des heutigen Tages:
Herbsttour 2022 Tag 11
Tag 11
Von Barnstorf entlang der Hunte an die Weser und nach Oevelgönne
Heute wollen wir erneut einen Flußradweg unter die Räder nehmen. Wir begleiten die Hunte auf ihrem Verlauf von Barnstorf bis zur Mündung in die Weser – so der Plan. Ab Diepholz sind wir auch schon gestern immer parallel zur Hunte gefahren. Die Hunte entspring im Wiehngebirge auf halber Strecke zwischen Bad Essen und Melle, durchfließt dann den Dümmer und weiter durch Diepholz, Barnstorf, Wildeshausen, Oldenburg und mündet bei Elsfleth dann in die Weser.

Wir folgen dem Verlauf des Hunteradweges, aber von der Hunte sehen wir nicht viel, erst in Wildeshausen kommen wir erstmalig an die Hunte. Wie gut das die Brücke über die Hunte grade nicht vorhanden ist,
sonst würden wir hier über die Brücke geschickt, um kurz danach wieder über die nächste Brücke zurück auf dieses Ufer zu kommen. Solche Wegführung gibt es im Verlauf des Radweges immer mal wieder und wir können jedesmal entscheiden: Bleiben oder den Schlenker fahren.
Von Wildeshausen bis nach Dötlingen wird der Hunteradweg entlang der Hunte auf einem sandigen festen Weg geführt. Keine Autos, nur hin und wieder ein Fußgänger mit oder auch ohne Hund, Jogger und Radfahrer. Es geht zwar nicht so schnell voran wie auf Asphalt, läßt sich aber dennoch gut fahren.
Die nächsten rund 10 km fahren wir auf kleinen Straßen mit nur wenig bis gar keinem Verkehr weit ab der Hunte nach Norden. Der Abschnitt zwischen Sandhatten und Sandkrug sollte man mit beladenen Rädern lieber anderweitig umfahren. Mit unseren bepackten Liegerädern ist die Strecke duch das Naturschutzgebiet Barneführerholz kaum zu bewältigen, die Wege sind unbefestigt. Auch die vor uns fahrenden Personen ausgestattet mit Pedelek und schmalen Reifen haben ihre Mühe auf dem Untergrund.
Rund 8 km mühen wir uns durch den Wald und da NSG. Hinter Sandkrug verläuft dann der Hunteradweg neben dem Huntedeich. Erstmal haben wir genug von unbefestigen Wegen und bleiben bis Wardenburg auf der Straße, dort treffen wir wieder auf den Track und folgen ihm, was sich aber als Fehlentscheidung herausstellt, geht es doch erneut am Tillysee über unbefstigte Wege. Da hätten wir auch besser auf der parallel verlaufenden Landstraße bleiben können. Wir suchen uns einen Weg zu Landstraße und folgen dem Verlauf nach Oldenburg hinein. Der Track ist uns erstmal egal.
Wenn man einen größeren Katenausschnitt auf dem Navi zur Verfügung gehabt hätten, dann wären wir uns den Umweg durch das Oldenburger Gerichts- und Bahnhofsvirtel nicht gefahren, sondern wären einfach dem Straßenverlauf gefolgt, und dann in OLD-Drielake wieder auf unseren Track gekommen.

Dann hätten wir aber auch keine Pause an Oldenburger Hafen gemacht.
Nach der Pause geht es dann entspannt weiter. Vor uns liegt der Teil der Hunte, den Christof und ich auf unsere Tour nach Amsterdam im Frühjahr in Gegenrichtung gefahren waren. Entspanntes danhingleiten mit leichtem Rückenwind bei strahlend blauem Himmel, den mitlerweile hat sich der Nebel aufgelöst.
In Elsfleth wollen wir dann Mittag essen, es ist mitlerweile 15:15 Uhr, am Hafen sind einige Stände geöffnet, und beim Fischhändler gibt es für uns eine Portion Kibbeling mit Kartoffelsalat.
Als wir aufbrechen wollen, kommt die “Herzogin” in den Hafen zurück.
Wir bleiben noch ein wenig und schauen zu. Unser nächste Ziel :
Das KeesKokenHuus hat nur am Samstag und Sonntag für wenige Stunden geöffnet. Davon dass es dort guten Käsekuchen gibt wollen wir uns überzeugen. Für den Abend erstehen wir 2 Stücke verschiednenen Käsekuchen.
Knapp 100 km haben wir bisher heute zurückgelegt, Bauarbeiten an der Bahnstrecke erfordern eine kleine Umleitung – kein Problem. Ein paar km bleiben wir noch auf dem Weserradweg, biegen dann links ab und fahren nordwärts nach Oevelgönne. Wir nächtigen heute im “König von Griechenland“. Leider ist niemand da, aber nach einem kurzem Telefonat werden wir freundlich eingelassen und können unser Zimmer beziehen. Das Hotel wird von einer Stiftung betrieben, die mit geistig behinderten Menschen arbeitet. Preislich unschlagbar und für den Ort und die behinderten Mitarbeiter eine gute Sache.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 2+, das Frühstück mit der Note 2.
Preis/Leistung 1-
Tourdaten:
- Entfernung : 112km
- Durchschnitt in Bewegung : 17.8 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 7:40 Std.
- Höhenmeter : +296m, -260m

Bilder des heutigen Tages:
Herbsttour 2022 Tag 12
Tag 12
Von Oevelgönne via Bremerhaven und Cuxhaven nach Neuhaus
Heute geht es entlang der Weser und der Nordsee nach Cuxhaven und dann noch ein Stück auf dem Elberadweg nach Neuhaus an der Oste. 116 km liegen heute vor uns.

Nach dem Frühstück machen wir uns. Es ist erst 9:15 Uhr, leichter Dunst liegt noch über dem Ort und den Feldern. Die Sonne bricht so langsam durch.
Wir überqueren die Weser mit der Fähre Brake-Sandstedt
und dann geht es immer am Weserdeich Richtung Norden. Der Wind meint es heute gut und wir haben Rückenwind.
Kurz hinter Dedesdorf sind Bauarbeiten am Deich. Wir müssen die Umleitung nutzen, in Bremerhaven gelanden wir wieder auf die geplante Route. Wir fahren an neu entstehenden Industrieflächen südlich des Fischereihafens vorbei, queren Alte Weser und Alte Lune, und kommen an den Seedeich. Von hier aus kann man die “Skyline” von Bremerhaven im Dunst sehen.
Aber wir haben auch wieder nur die Wahl zwischen vielbefahreren Straße und einem unmöglichen Weg auf dem Deich. Irgendwann können wir über die Grasnarbe den Pflasterstreifen am Deichfuß erreichen. Hier kann man zumindest fahren. Als wir die Schleuse des Fischereihafens passieren wollen geht vor uns gerade die Klappbrücke hoch.
Wir nehmen den kleinen Umweg über das andere Schleusentor. Denn die Brücke wird nicht wieder hinuntergeklappt.
Kurz nachdem wir Bremerhaven und den Hafen durchquert haben, finden wir einen netten Platz am Deich in Wedderwarden. Hier können wir die Bote essen, die wir heute morgen im “König von Griechenland” haben schmieren können und auch dürfen.
Von nun an geht es am Nordseedeich vorbei, der Wind bläst beständig aus Süd, und so fahren wir am Deich entlang auch schon mal mit Tempe über 25km/h. Unterwegs ein kleiner Stop am Hafen von Dorum-Neufeld.
Gegen 14:00 Uhr sind wir in Cux-Sahlenburg, ein kleiner Abstecher an den fast leeren Strand. Ein paar Minuten genießen wir es einfach am Meer zu stehen und hinauszublicken. Wir haben das Glück, dass gerade Flut ist und wir nicht nur auf das Watt blicken, sondern tatsächlich Wasser zu unseren Füßen haben.
Bei uns meldet sich nun langsam der Hunger. Der Nordseeküstenradweg ist Richtung Cuxhaven recht voll. Viele meist ältere Menschen sind auf Fahrrädern unterwegs. In Duhnen ist es uns zu voll, in Döse am Strandhaus stehen am Parkplatz einige Food-Buden. Beim Asiaten erstehen wir den Mittagstisch: Reis, Gemüse, gebratenes Huhn in süß-sauer. Wir gehen auf den Deich, setzen uns ins Gras, essen und schauen auf das Meer.
So gestärkt können wir die nächsten 30 km bis zu unserer heutigen Unterkunft in Neuhaus angehen. An der Kugelbake endet der Weserradweg und der Elberadweg beginnt.
Cuxhaven ist schnell durchfahren, die Flut überspült stellenweise den Weg, wir schlängeln uns durch das Hafengebiet und dann geht es am Deich der Elbe entlang.
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In Otterndorf stehen einige Drachen am Himmel, einkaufen für den Abend können wir nur noch in einem kleinen Edeka in Belum, sonst sind die Möglichkeiten dünn gesäht. Entlang der B73 auf einem recht guten Radweg kommen wir nach 117km in Neuhaus an der Oste an. Wir werden freundlich aufgenommen, bekommen noch den Hinweis, dass im Ort noch ein Gartenlokal noch bis 18:00 Uhr geöffnet hat, und verschwinden schnell unter der Dusche, damit wir noch bevor das Lokal schließt dort ein Eis essen können.
Wir schaffen es tatsächlich, um 17:50 Uhr sind wir vor Ort, das Lokal heißt “Wiebkes Klönstuf“. Im Garten einige Tische, Stühle und Sonnenschirme, Eis und Kuchen muss man im Kiosk abholen. Die selbstgemachte Torte schmeckt klasse und auch das Eis. Nett und recht familiär geht es zu.
Wir treffen 2 andere Radler, die hier auf der Suche nach einem Bett angekommen sind. Aber in Neuhaus ist alles ausgebucht. Auch Wiebke kann da nicht weiterhelfen. Vielleicht hätten die beiden nicht bis 18:00 Uhr warten müssen, sich um ein Bett zu kümmern. Wenn man spontan übernachten will, dann sollte man spätestens gegen 15:00 Uhr mit der Suche nach einem Bette beginnen. Sonst kann es recht spät auf dem Rad werden.
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Unser Hotel ist einfach, aber unser Zimmer neu und nett eingerichtet. Das Frühstück am nächsten Morgen entspricht dem Durchschnitt.
Wir bewerten die Unterkunft mit der Note 2, das Frühstück mit der Note 2-.
Preis/Leistung 2
Tourdaten:
- Entfernung : 117fkm
- Durchschnitt in Bewegung : 18.7 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 6:13 Std.
- Höhenmeter : +197m, -204m

Bilder des heutigen Tages:
Herbsttour 2022 Tag 13
Tag 13
Von Neuhaus nach Geesthacht
Heute ist unser letzter Tag. In der Nacht hat es wieder geregnet und das kräftig, aber die Prognose ist so, dass wir – vielleicht ein wenig später – ohne Regen fahren können.

Als wir gegen 9:00 Uhr aufbrechen, sehen wir am Himmel noch die Reste der Front, die Straße ist stellenweise noch nass, aber über uns macht sich blauer Himmel breit.
Rund 30 km fahren wir entlang der Oste – es gibt zwar keinen “Oste-Radweg” aber die Strecke ist toll, kaum Verkehr, geht es immer am Deich entlang.
In Oberndorf wechseln wir auf die andere Seite der Oste und folgen ihr weiter, bis wir hinter Großwörden dann die Oste verlassen und geradeaus in Richtung Stade weiterfahren.
Wir durchqueren das Alte Land, die Apfelbäume hängen voller dicker roter Äpfel und kommen kurz vor Hamburg wieder auf den Elberadweg. In Cranz wird am Este-Sperrwerk gebaut, wir müssen eine Umleitung fahren, verpassen eine Abfahrt, fahren zurück und fahren dann über das alte Este-Sperrwerk. Der Neuenfelder Fährdeich ist nur gepflastert, aufgrund der Umleitung ist viel Verkehr, auf dem Deich gibt es einen schmalen Radweg, der aber mehr eine Achterbahn ist. Und zudem gibt es auch noch eine Baustelle. So richtig toll ist das alles nicht. Wir sind froh als wir endlich wieder am Hauptdeich sind.
Vielleicht sollten wir nächstes Mal besser durch Finkenwerder über den Neßdeich nach Waltershof fahren oder der Streckenführung des D10 folgen; Die Strecke durch Moorburg wird immer schlimmer und der Auto- und LKW-Verkehr immer stressiger. Weiter geht es über die neue Kattwykbrücke.
Die Radführung neben den Gleisen ist gelungen, nur der Übergang von der Brücke an die alte Straße, hier hätte der Radweg gerne in der Unterführung ein wenig breiter sein dürfen. Nun ja, der Rest ist schnell zusammengefaßt: Freihafen, eine kleine Pause und Stärkung an der Tankstelle in Wilhelmsburg, alte Harburger Elbbrücke bzw. diesmal “Brücke der 17.Juni”, entlang der Elbe geht es nach Hause.
Wir beenden unsere Herbsttour mit einem km-Stand von 1509 (lt. Tacho) – gemäß Trackaufzeichnung sind es 1460, aber dort sind die kleinen Sonderstecken wie Brötchen holen und abendliches Einkaufen auch nicht mit aufgezeichnet.
Wir sind schon um 16:00 Uhr zu Hause. Der Rückenwind hat uns recht ordentlich am Deich angeschoben.
Tourdaten:
- Entfernung : 130km
- Durchschnitt in Bewegung : 20.5 km/h
- Fahrtzeit mit Pausen : 7:20 Std.
- Höhenmeter : +219m, -243m
Bilder des heutigen Tages:
Herbsttour 2022 Zusammenfassung
Herbsttour 2022 Zusammenfassung
Die Tour in der Übersichtskarte

Daten am Ende der Tour
Gesamtstrecke : 1509 km
Fahrtage : 13 Tage, Gesamtzeit im Sattel bzw. auf der Liege 80:20 Std und einem Gesamtdurchschnitt von 18.7 km/h (gemessen mit dem Sigma) alle anderen Daten waren aus dem GPS entnommen und damit waren wir exakt genauso schnell wie auf der Sommertour,
Beste Unterkünfte : König von Griechenland,
Schlechteste Unterkunft : Alte Ratsschänke, Hann.Münden, Pension Weitblick, Hennef
Aber eine richtig schlechte Unterkunft war nicht dabei.
Tagesetappen zwischen 87 km und 130 km
Höchster Punkt : Quellgebiet Eder und Sieg 650 m ü.NN
Resume:
- Durch die Heide, entlang der Innerste und Leine, entlang der Weser und Fulda gut zu fahren
- Ederradweg Teil 1: Mündung bis Stausee: hoher Schotteranteil, sonst leicht zu fahren
- Ederradweg Teil 2: Edersee bis Landesgrenze Hessen: gut zufahren. Teilweise Bahndamm als Radweg.
- Ederradweg Teil 3 : Landesgrenze NRW bis Quelle: sehr anstrengend, mangelnde Radweg, viele unbefestigete Abschnitte auf Wald- und Wirtschaftswegen
- Siegeradweg Teil 1 : Quelle bis Netphen: auch wenn an den Straßen keine Radwege vorhanden sind, doch gut zu fahren.
- Siegradweg Teil 2 Siegen bis Wissen : ungenügend, keine oder schlechte Radwege,
- Tiegradweg Teil 3 Wissen bis Mündung : das kann man gut fahren.
- Rheinradweg Bonn bis Düsseldorf. gut ausgebauter Radweg
- Holland : Da können wir für Deutschland noch was lernen
- Weserradweg und Nordseeküstenradweg sowie Elberadweg natürlich überwiegend klasse.
Insgesamt waren in den beiden Wochen nur wenige Radreisende unterwegs. Die meisten Radelnden waren auf Tagesausflügen unterwegs.
Pannen : 2 Reifenpannen
Alle Tourbilder
Jahresende 2022 – Erste Tour 2023
Jahresende 2022 – Erste Tour 2023
Das Jahr ist rum. Während ich diese Zeilen schreibe ist schon der 1. Januar 2023. Im Herbst sind nacah der Herbsttour nicht mehr viele km hinzugekommen. Einige kleinere Runden auf den “Hausstrecken” ja, aber nichts, über das es sich zu berichten lohnt.
Und dann wurde das Wetter Ende Oktober, Anfang November auch schlagartig schlecht – war es doch lange noch recht warm, so dass man kaum merkte, dass eigentlich schon Herbst war. Wir fuhren immer noch in leichten Sachen und kalte Füße, dicke Schuhe, Gamaschen habe wir nicht vermißt. Ganz anders dann im November: kalt, Regen, und im Dezember dann auch schon strenger Frost und Eisschollen auf der Elbe.
Ja, diese Jahr zeigte das Tacho dann 41.762 km, Am 1.1.2022 waren es 33.202km. Es waren dann in diesem Jahr 8540km. Nur rund 100km weniger als 2021.
Und dann war heute an Neujahr gutes Wetter und 13-14 °C angesagt. Nach rund 8 Wochen ohne Liegerad waren die 50km mit Gegenwind eine echte Herausforderung, die wir aber gerne angenommen haben.































































